FUSSBALL: Die Frauen des FC Buchs sind Wintermeister

Zum Abschluss der Vorrunde kam es auf der Rheinau zum Spitzenspiel. Den Buchserinnen gelang in der Schlussviertelstunde der verdiente Ausgleichstreffer zum 1:1. Sie belegen mit fünf Punkten Vorsprung Rang eins.

Merken
Drucken
Teilen
Stürmerin Christina Müssner (links) kommt zu einer Torchance, das wichtige Ausgleichstor schiesst aber mit Tanja Niederer eine Mitspielerin, die für die Abwehrarbeit zuständig ist. (Bild: Robert Kucera)

Stürmerin Christina Müssner (links) kommt zu einer Torchance, das wichtige Ausgleichstor schiesst aber mit Tanja Niederer eine Mitspielerin, die für die Abwehrarbeit zuständig ist. (Bild: Robert Kucera)

Nach einem Eckball ging der Gast aus Uzwil mit 0:1 in Front, nach einem Eckball fiel der Ausgleich für Buchs. Chancen, aus dem Spiel heraus einen Treffer zu erzielen, hatten zwar beide Teams, doch meist hatten die Defensivreihen die Situation im Griff oder die Passqualität stimmte nicht. «Natürlich hätten wir lieber drei Punkte gehabt. Aber einer ist auch gut, wir sind zufrieden», sagt Tanja Niederer, Torschützin in der 77. Minute zum 1:1. «Ich bin froh, konnten wir dieses Tor noch schiessen. Es war verdient.»

Dass am Ende ein leistungsgerechtes Unentschieden auf der Anzeigentafel abzulesen war, lag auch daran, dass sich Buchs nach einem schwachen Start gefangen hat. «Uzwil hatte den grösseren Willen als wir, sie sind im Gegensatz zu uns voll gegangen», schildert Niederer die erste Hälfte. Eine erste Besserung sah man bereits kurz vor Ende der ersten Halbzeit, nach dem Seitenwechsel agierten die Buchserinnen dann abermals couragierter und engagierter. Mit mehr Willen auf dem Platz aufzutreten, haben sich die Frauen in der Pause vorgenommen und erfolgreich in die Tat umgesetzt. Zudem konnte das angespannte Nervenkostüm besser in Zaum gehalten werden. «Wir waren zu Beginn viel zu nervös», gibt Niederer zu. Es war aber nicht nur die Affiche, auf heimischen Terrain einen Spitzenkampf auszutragen, der an den Nerven zehrte, wie die 27-Jährige ausführt: «Wir haben natürlich noch nie so viel Zuschauer gehabt. Das hatte einen Einfluss. Wir Frauen sind da nervöser als die Männer, wenn es mehr Leute hat.»

«Nun haben wir einen richtigen Goalie im Tor»

Fünf Punkte betrug der Vorsprung auf Verfolger Uzwil vor der Partie, fünf Punkte sind es auch weiterhin. Diesbezüglich war Niederers Ausgleichstor sehr wichtig. «Denn das gibt uns ein gutes Polster für die Rückrunde und ein gutes Gefühl für die Vorbereitung im Winter.» Dass man Wintermeister in der 3. Liga ist, kommentiert die Abwehrspielerin wie folgt: «Das haben wir schon lange nicht mehr gehabt und ist super. Zu Saisonbeginn hätte das niemand von uns erwartet.» In der vorletzten Saison waren die Frauen des FC Buchs noch im Abstiegskampf verwickelt, die letzte Spielzeit beendete man im vorderen Mittelfeld. Und nun die Tabellenspitze. Für Tanja Niederer steht fest, weshalb es aufwärts ging: «Wir waren schon immer eine Mannschaft mit Potenzial. Der Trainerwechsel hat uns gut getan, der neue Trainer hat unser Potenzial gesehen und uns Schritt für Schritt zu dem gemacht, was wir heute sind. Und er hat vor, noch mehr aus uns herauszuholen.»

Ein weiteres Puzzleteil betrifft die Torhüterposition. «Nun haben wir einen richtigen Goalie im Tor, der auch als Goalie trainiert ist», so Niederer. Sie erklärt, dass in den letzten Saisons jeweils Feldspielerinnen, mit wenig Begeisterung, zwischen den Torpfosten standen. «Das gibt uns schon eine gewisse Sicherheit.»

Und wer Wintermeister ist, darf mit Sicherheit den Aufstieg anpeilen – oder nicht? «Wir sind hauptsächlich da zum Fussball Spielen. Es macht uns Spass – wenn man vorne ist, sowieso», meint Niederer. Doch sie kennt ihre Mitspielerinnen: «Ich bin überzeugt, dass jede diesen ersten Platz verteidigen möchte.»

Robert Kucera

robert.kucera@wundo.ch