Fusionsentscheid verschoben

Der Gebäudetechnikverband Sargans, Werdenberg und Liechtenstein FL (GTV-SWL) wird erst in einem Jahr über das Zusammengehen mit der Nachbarsektion Suissetec Grischun abstimmen.

Hanspeter Thurnherr
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WERDENBERG. Das neunte Traktandum an der gestrigen Hauptversammlung des Gebäudetechnikverbandes (Haustechniker, Heizungs- und Sanitärinstallateure) im Landgasthof hatte es in sich. Der Vorstand unterbreitete den anwesenden 34 Verbandsmitgliedern den Antrag, mit der Nachbarsektion Suissetec Grischun zu fusionieren.

Fusion oder Aufteilung?

Die Bündner Sektion selber hatte den Vorschlag gemacht, die Sektion GTV-SWL aufzuteilen: Sarganserländer und Liechtensteiner sollen sich der Bündner Sektion anschliessen, die Werdenberger aber Suissetec St. Gallen. Präsident Paul Kubik und Viktor Scharegg, Präsident der Bündner Sektion, erläuterten die Vorteile der Fusion: professionellere Führung möglich, vereinfachte Administration, bessere Organisation der Weiterbildung, Ausbildungszentrum in der Sektion, was für die Herausforderungen der Zukunft wichtig sei, mehr Auswahl bei den Wahlen. Zudem seien die Mitgliederbeiträge beim Bündner Verband wesentlich günstiger. Letztlich profitierten alle Mitglieder vom Zusammengehen.

«Der Einfluss dieser dann mittelgrossen Sektion innerhalb des schweizerischen Verbandes ist grösser, die geforderte Aus- und Weiterbildung einfacher anzubieten», sagte Kubik. Scharegg sagte, die bisherige gute Zusammenarbeit der Arbeitsgemeinschaft (Arge) der beiden Sektionen mit dem Ausbildungszentrum Chur würde einfacher. Aber bei einem Nein würde sich an dieser Zusammenarbeit nichts ändern.

Viele kritische Voten

Einige Mitglieder monierten, der Antrag sei zu kurzfristig gekommen. So sei keine Zeit für eigene Abklärungen geblieben. Ausserdem mache die Fusion keinen Sinn, denn der heutige Verband sei kerngesund, schlank und flexibel. Warum also auflösen, was funktioniert? Ausbildende Betriebe seien im neuen Verband schlechter dran und man solle verschiedene Fragen besser abklären. Insbesondere soll man auch mit den St. Gallern nochmals reden. Nach kontroverser Diskussion schlug ein Mitglied vor, den Antrag auf die nächste HV zu verschieben. So bleibe Zeit für die gewünschten Abklärungen. Den Rückweisungsantrag lehnte die Versammlung mit 21 Nein zu 4 Ja ab und stimmte mit 18 Ja zu 8 Nein für eine Verschiebung des Antrags auf die nächste HV.

Appell gegen Erbschaftssteuer

Die übrigen Traktanden konnten diskussionslos abgewickelt werden. Vier Austritten stehen drei Neumitglieder gegenüber, so dass der Verband nun 62 Mitglieder zählt. In seinem Jahresbericht sagte Präsident Paul Kubik, das Jahr 2014 sei geprägt durch zahlreiche internationale Notlagen. Diese seien zwar weit weg, aber das Attentat von Paris habe gezeigt, dass sie auch Auswirkungen bis zu uns haben.

Die Wirtschaftslage sei zwar weniger blutrünstig, habe aber markante Auswirkungen. Der Wegfall der Euro-Untergrenze sei eine neue grosse Herausforderung. Im kommenden Juni stünden zwei aus Sicht des Verbandes wichtige eidgenössische Abstimmungen an: Das Thema Billag sei ein Ärgernis, die Erbschaftssteuer würde das Gewerbe massiv einschränken. Er appellierte deshalb an alle, sich für eine Ablehnung einzusetzen.

Finanziell gut gepolstert

Die Jahresrechnung schloss bei Einnahmen von 297 000 Franken und Aufwänden von 179 000 Franken mit einem Gewinn von 117 300 Franken. Damit erreicht das Eigenkapital 241 700 Franken. Das Budget 2015 rechnet bei Erträgen von 192 600 und Ausgaben von 180 300 Franken mit einem Gewinn von 12 300 Franken. Aufgrund der guten finanziellen Lage wird dabei der Lohnsummenbeitrag von 0,55 auf 0,4 Prozent gesenkt.

Zum Schluss informierte Alois Gartmann, Leiter höhere Berufsbildung beim Zentralverband, welche wichtigen Projekte bei der Grundbildung wie auch bei der höheren Berufsbildung aufgegleist oder angedacht sind.

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