Fürst gegen, Landtagschef für die Hängebrücke

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Vaduz Die geplante Hängebrücke zum 300-Jahr-Jubiläum des Fürstentums Liechtenstein bot auch im Rahmen des Staatsaktes Diskussionsstoff. Die Festivitäten zum Staatsfeiertag zogen gestern Dienstag in Vaduz viel Volk an. Traditionell einen Höhepunkt, auch für viele Schaulustige aus der Region Werdenberg, bot auch diesmal das abendliche «Fürstenfeuerwerk».

In einem Interview mit dem «Liechtensteiner Vaterland» hat sich Fürst Hans-Adam II. gestern gegen den Bau der geplanten Jubiläumsbrücke ausgesprochen. Damit bietet er den Referendumskomitees Rückenwind, welche eine Volksabstimmung über den Gemeindebeitrag in Vaduz und Balzers erreicht haben. Diese wird am 8. Oktober stattfinden.

Geld besser für die Armen verwenden

Der Landesfürst ist der Meinung, dass sich die Natur im Gebiet der geplanten Hängebrücke gut entwickeln konnte. Falls die Brücke ein Erfolg und von vielen Menschen genutzt werde, bekomme dies die Natur sicher negativ zu spüren, sagte er laut «Vaterland online». Und falls die Jubiläumsbrücke kein Erfolg werde, sei sie eine Fehlinvestition von Land und Gemeinden. Da Liechtenstein ein reiches Land sei, frage er sich, ob das Geld für den Brückenbau nicht für ein Projekt in der Dritten Welt verwendet werden sollte – dort, wo die Leute viel ärmer seien.

Anderer Ansicht ist der Landtagspräsident. Albert Frick warb in seiner Rede im Rahmen des Staatsaktes für den Jubiläumsweg inklusive Hängebrücke. «Unsere Gemeinden wollen der Bevölkerung einen Jubiläumsweg durch alle elf Liechtensteiner Gemeinden und eine verbindende Hängebrücke schenken», sagte Frick. Er rechnete vor, dass die Kosten für diese Brücke lediglich etwa 0,4 Prozent der Jahresausgaben der Gemeinden oder rund ein Tausendstel der Jahresausgaben von Land und Gemeinden betragen. (ts)5