Für Massnahmen fehlt das Geld

Der Fischereiverein Wartau möchte, dass der Tankgraben 1 in Plattis wieder ein Fischgewässer werden kann. Der Sparzwang der Gemeinde als Besitzerin verhindert derzeit aber weitere Massnahmen zur Sanierung.

Thomas Schwizer
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Beim Kontroll-Abfischen im März 2012 (Bild) wurden im Tankgraben 1 keine lebenden Fische mehr gefunden. Der Fischereiverein Wartau möchte aber diesen «Weiher» wieder als Fischgewässer nutzen können. (Bild: Katharina Rutz)

Beim Kontroll-Abfischen im März 2012 (Bild) wurden im Tankgraben 1 keine lebenden Fische mehr gefunden. Der Fischereiverein Wartau möchte aber diesen «Weiher» wieder als Fischgewässer nutzen können. (Bild: Katharina Rutz)

WARTAU/PLATTIS. Regelmässiges Abschöpfen des flächendeckenden Teppichs aus Wasserlinsen ist eine der Massnahmen, die Fachleute empfehlen, damit sich im Tankgraben 1 bei Plattis nach und nach wieder Sauerstoff bilden kann. Ohne Sauerstoff können im Tankgraben keine Fische überleben (vgl. Titelseite). Das empfohlene «Freilegen» der Wasseroberfläche liess die Gemeinde Wartau im Spätherbst 2013 ausführen – und bezahlte als Besitzerin diese Arbeit.

Sparzwang als «Verhinderer»

Nun wäre es dafür wieder höchste Zeit, denn die Oberfläche dieses Teichs, der ursprünglich vom Militär als Panzersperre geschaffen wurde, leuchtet erneut in sattem Grün.

Die Gemeinde übernahm die Tankgräben vor wenigen Jahren, weil das VBS (Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport) als vorherige Besitzerin nicht bereit war, weiter Geld in deren Unterhalt zu stecken. Doch der neuen Besitzerin fehlt schlicht das Geld, um laufend den Wasserlinsen-Teppich abschöpfen zu lassen.

Eine weitere Massnahme, damit sich im nur vom Grundwasser gespiesenen Tankgraben 1 wieder Sauerstoff bilden kann, wäre das Ausbaggern beziehungsweise Absaugen des verschlammten Grundes, der einen sehr hohen Nährstoffgehalt durch abgesunkenes organisches Material (Blätter, verfaulende Wasserlinsen usw.) aufweist.

Fischer: «Abschöpfen muss sein»

Doch auch dafür fehlen der Gemeinde Wartau derzeit angesichts des Mottos «nur absolut Notwendiges und nichts Wünschbares» die Mittel.

Der Präsident des Fischereivereins Wartau, Fredy Kuratli, ist sich des sehr engen finanziellen Korsetts bewusst. Den Willen, die angeregten Massnahmen auszuführen, will er der Gemeinde deshalb nicht absprechen. An der Zielsetzung, dass der Tankgraben 1 wie vor einigen Jahren wieder ein lebendiges Fischgewässer werden soll, möchte der Verein aber festhalten.

Zumindest das Abschöpfen des «Linsenteppichs» soll demnächst ausgeführt werden, fordert er. Diese Massnahme sei vom Gemeindepräsidenten vergangenen Herbst an einer Orientierung versprochen worden. Mache man das nicht, sinke der «Teppich» an den Grund ab und es würden sich dort noch mehr organische Nährstoffe bilden, welche die Sauerstoffbildung verhindern, führt Kuratli ins Feld.

Aus Sicht des Vereins ist die Aussicht, im Tankgraben 1 wieder fischfreundliche Bedingungen mit entsprechendem Sauerstoffgehalt schaffen zu können, intakt. «Schliesslich existierten hier auch Forellen, und sie sind sensible Fische», hält Kuratli fest. Er spricht sich deshalb dafür aus, alles zu tun, was mit einigermassen vernünftigem Aufwand gemacht werden kann, um hier wieder gute Lebensbedingungen für Fische zu schaffen.

Auch jetzt wichtiger Lebensraum

Die Gewässerbiologen, die ihre Beobachtungen derzeit im Auftrag der Gemeinde noch weiterführen, wiesen vergangenes Jahr in ihren Schlussfolgerungen zum Bericht aus dem Jahr 2013 darauf hin, dass eine ähnliche Fischgemeinschaft wie vor März 2012 nach der Reduktion der organischen Belastungen wieder denkbar sei.

Gleichzeitig stellten die Fachleute fest, dass der Tankgraben 1 auch im jetzigen, nahezu sauerstofffreien Zustand ein wichtiger Lebensraum sei – für die geschützte Erdkröte und seltene Wasserinsekten wie Libellen. Aber auch für diese Lebensgemeinschaft sei eine Verbesserung der Wasserqualität unverzichtbar, so die Biologen.

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