Für ausgewogene St. Galler Vertretung

Als Anhänger der bürgerlichen Mitte könnte ich mich beim zweiten Wahlgang in den Ständerat zurücklehnen und das Rennen als Unbeteiligter mitverfolgen. Es kann jedoch keinem egal sein, wer unseren Kanton vertritt, und ein Entscheid ist gefragt.

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Als Anhänger der bürgerlichen Mitte könnte ich mich beim zweiten Wahlgang in den Ständerat zurücklehnen und das Rennen als Unbeteiligter mitverfolgen. Es kann jedoch keinem egal sein, wer unseren Kanton vertritt, und ein Entscheid ist gefragt.

Ich wähle im zweiten Wahlgang Paul Rechsteiner und begründe dies wie folgt. Die SVP ist schweizweit Wahlsiegerin mit zahlreichen Sitzgewinnen. Das rechtsnationale Element wurde massiv gestärkt, und auch für den Kanton St. Gallen wird künftig statt der Grünen Yvonne Gilli eine SVP-Frau nach Bern fahren. Dies ist der Volkswille. Die Frage ist, ob im zweiten Wahlgang die Nicht-SVP-Wähler in vorauseilendem Gehorsam noch mithelfen sollen, den SVP-Wahlsieg noch kompletter und drückender zu machen, als er ohnehin schon ist. Ich denke nein!

Ich teile die Haltung von Paul Rechsteiner in vielen wirtschaftspolitischen Fragen nicht. Ich bin aber überzeugt, dass auch das linke Element im Ständerat angemessen vertreten sein muss, gerade auch zu Zeiten eines nationalen Rechtsruckes. Und ich denke, dass im Ständerat die zwar pointiert linke, aber stets ruhige und angenehme Stimme von Paul Rechsteiner entschieden vorzuziehen ist gegenüber den schrillen rechtsnationalen Tönen, welche heutzutage missbräuchlich und fälschlich als «bürgerlich» verkauft werden.

Josef Dudli

Bogenstr. 3, 9470, Werdenberg