FRÜMSEN: «Motivation nach innen, Bekanntheit nach aussen»

Kürzlich erhielt der Verein Nussdorf Frümsen für seine Arbeit einen Preis der Arbeitsgemeinschaft der Alpenländer. Man freut sich über die internationale Anerkennung.

Corinne Hanselmann
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Hans Oppliger zeigt einen kleinen Teil der Nusssorten, die der Verein Nussdorf Frümsen angepflanzt hat. (Bild: Corinne Hanselmann)

Hans Oppliger zeigt einen kleinen Teil der Nusssorten, die der Verein Nussdorf Frümsen angepflanzt hat. (Bild: Corinne Hanselmann)

Corinne Hanselmann

corinne.hanselmann

@wundo.ch

Dass die Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (Arge Alp) das für den Arge-Alp-Preis 2017 eingereichte Projekt des Vereins Nussdorf Frümsen ausgezeichnet hat (W&O vom 1. Juli), freut den Vereinspräsidenten Hans Oppliger. Er spricht von einem guten Werbeeffekt: «Nach innen erzeugt eine solche Auszeichnung Motivation, nach aussen bedeutet sie mehr Bekanntheit.» Das sei hilfreich, auch «wenn wir mal etwas vom Kanton brauchen», so Oppliger. Bei der Preisübergabe im Rahmen der Arge-Alp-Konferenz vergangene Woche im deutschen Lautrach war auch der St. Galler Regierungsrat Marc Mächler dabei. Der Verein erhielt einen Anerkennungspreis in der Höhe von 1000 Euro.

Der Verein Nussdorf Frümsen wurde 2009 gegründet und das gleichnamige Projekt gestartet. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts war Frümsen das Dorf mit den meisten Nussbäumen schweizweit, ist in den eingereichten Projektunterlagen zu lesen. Auf gut 40 Hektaren Wald- und Kulturland pflanzten die Vorstands- und Vereinsmitglieder bis heute 74 Sorten Nussbäume an. Seit 2012 ist der Frümsner Sortengarten vom Bundesamt für Landwirtschaft national anerkannt als Walnuss-Primärsammlung und wird dadurch finanziell vom Bund unterstützt.

Nebst der Pflege der Nussbäume gehört auch der Erhalt der Trockenmauern, Hecken- und Waldränder, von denen es im Übergang vom Wald in die Kulturlandschaft viele gibt, zu den Aufgaben des Vereins. Zudem werden im Wald Nussbaumsorten eingebracht, welche in erster Linie Holz produzieren sollen.

An diesem Projekt arbeiten alle gemeinsam

Das Projekt Nussdorf hat zum Ziel, die Gemeinde Sennwald und speziell das Dorf Frümsen in seiner Vielfalt an sozialen, ökologischen, kulturhistorischen und wirtschaftlichen Strukturen nachhaltig zu fördern. Wohlstand und Lebensqualität hängen nicht nur von materiellen Werten ab, schreibt Revierförster Hans Tinner, der Verfasser der Projektunterlagen. Ausschlaggebend sei auch der Zusammenhalt und die Gesellschaft im Dorf. Deshalb hat sich der Verein zum Ziel gesetzt, möglichst viele Arbeiten mit Freiwilligen auszuführen. So werden Arbeitseinsätze und Kurse im Bereich Nussbaum- und Waldpflege, Trockensteinmauerbau und Herstellung von Nussprodukten und weiteres organisiert. Mit Menschen aus allen Gesellschafts- und Altersschichten wird an diesen Anlässen gemeinsam und aktiv ein Beitrag für das Projekt geleistet. Der Verein bietet sich somit auch als «Türöffner» an für Neuzuzüger, Interessierte und Menschen, die einen aktiven Beitrag an die Natur leisten wollen.

«Wir möchten die Biodiversität und das Bewusstsein der Menschen für die Natur fördern», sagt Oppliger. So werden auch Arbeitseinsätze mit Schulklassen durchgeführt. Sie unterhalten beispielsweise die Schutzzäune der Nussbäume oder bauen an Trockensteinmauern.

Dem Vorstand gehören nebst Hans Oppliger auch Esther Tinner, Walnussspezialist Lorenz Huber, Revierförster Hans Tinner, Gemeinderätin Susi Domenig und die Ortsgemeindepräsidenten von Frümsen und Haag, Thomas Tinner und Fritz Egli, an.

Die Macher sind von ihrem Projekt, dem Nussdorf Frümsen mit Sortengarten, nach wie vor überzeugt. Das ist im Gespräch mit Präsident Oppliger deutlich zu spüren. Das sei auch der Beweggrund gewesen, beim Wettbewerb mitzumachen. «Was wir gut finden, finden hoffentlich auch andere gut.» Und er behielt recht.

Ein Nusszentrum als Zukunftsidee

Das gewonnene Preisgeld möchte der Verein für die Umsetzung von Ideen und für die Entwicklung von weiteren Nussprodukten einsetzen. «Eine Idee ist das Nusszentrum, das wir gerne in einem ausgedienten Reservoir, nahe dem Forstmagazin in Frümsen, verwirklichen möchten», erzählt Oppliger. Es könnte als Infozentrum für Besucher, aber auch als Treffpunkt und Kulturraum genutzt werden.