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Frühe Erdkröten überraschten

In Plattis haben sich die ersten Erdkröten früher als sonst auf ihre «Hochzeitsreise» begeben. Auch anderen Tieren brachten die milden Temperaturen der letzten Monate den «Fahrplan» durcheinander oder erleichterten ihnen den Winter.
Corinne Hanselmann
Erste wandernde Erdkröten auf dem Weg in den Tankgraben wurden in Plattis am 22. Februar gesichtet. Aktuell ist es ihnen wieder etwas zu kalt. (Bild: Hanspeter Schiess)

Erste wandernde Erdkröten auf dem Weg in den Tankgraben wurden in Plattis am 22. Februar gesichtet. Aktuell ist es ihnen wieder etwas zu kalt. (Bild: Hanspeter Schiess)

REGION. Gegen Ende des Winters machen sich Kröten und Frösche auf den Weg zu ihren Laichgewässern, vorausgesetzt das Wetter stimmt. Sie mögen feuchte Nächte mit mindestens fünf Grad Celsius. Wenn die Amphibien auf ihrer «Hochzeitsreise» stark befahrene Strassen überqueren müssen, droht ihnen oft der Tod.

Zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer bewahren an Zugstellen im W&O-Gebiet die Kröten und Frösche davor, indem sie sie einsammeln und sicher zum Laichgebiet bringen. Bei der Zugstelle zwischen Salez und Sennwald wurden in den letzten Jahren bauliche Massnahmen ergriffen, um das Auf-die-Strasse-Hüpfen möglichst zu verhindern und so die Population der teilweise bedrohten Amphibien zu schützen.

Den Kröten ist es wieder zu kalt

Bereits am 22. Februar sind bei der Zugstelle in Plattis erste Erdkröten auf ihrem Weg über die Strasse zum Tankgraben gesichtet worden. «Sie waren unüblich früh unterwegs», sagt Katrin Szacsvay, die seit kurzem für Amphibien in der Gemeinde Wartau zuständig ist. Noch waren die grünen Kunststoffzäune nicht aufgestellt. «Das haben wir aber umgehend in die Wege geleitet.» In den letzten Jahren war das Aufstellen jeweils erst zwischen Ende Februar und 20. März nötig.

Nun hätten die 5./6.-Klässler aus Weite, die seit Jahren den Amphibienschutz aktiv unterstützen, eigentlich ans Werk gehen und jeden Morgen die Kröten aus den Betonröhren entlang des Zaunes «fischen» können. Nur: Seit die Zäune stehen, ist es den Kröten wieder zu kalt für ihre Wanderung – sie halten bei unter fünf Grad eine Winterruhe. Trotzdem muss Szacsvay nun täglich eine Kontrolltour machen, weil andere Kleintiere wie Mäuse und Molche in die Fanglöcher fallen.

Durchschnittlich wurden in Plattis jeweils 1300 bis 1500 Amphibien gezählt – fast ausschliesslich Erdkröten. Vergangenes Jahr jedoch waren es 2600 – ein neuer Rekord, der bei einer gefährdeten Art besonders freut.

Einige Zugvögel sind zurück

Im Saxerriet sind bereits Störche aus dem Winterquartier eingeflogen (W&O vom 23. Februar). Auch erste Zugvögel sind schon zurück, wie Matthias Kestenholz von der Vogelwarte Sempach bestätigt. «Es sind Feldlerchen, Stare, Rohrammer, Ringeltauben und Kiebitze. Diese frühen Rückkehrer sind sich Schneefälle gewohnt. Sollte es noch zu einem späten Wintereinbruch kommen, würden einige dieser Zugvögel vorübergehend nochmals in etwas mildere Gebiete zurückweichen», so Kestenholz.

Grundsätzlich erleichtern milde Winter den Vögeln den Alltag. Kalte Temperaturen würden den Energiebedarf erhöhen, Schnee und Eis den Zugang zu Nahrungsquellen erschweren (Körner und Mäuse sind im Gras unter dem Schnee, Fische unter dem Eis).

Dieser Winter begünstigte daher das Leben der Vögel. Auch einige Wintertage Anfang März können das nicht mehr gross beeinträchtigen gemäss dem Sprichwort «Märzenschnee tut nicht mehr weh».

Natürliche Selektion fehlt

«Milde Winter machen sich insbesondere beim Rotwild bemerkbar, das dann auf der Nahrungssuche nicht so weit ins Tal herunterkommen muss», sagt Wildhüter Silvan Eugster auf Anfrage des W&O.

Auch anderes Wild, wie zum Beispiel Gemsen, haben es leichter, weil es mehr schneefreie Stellen gibt. Die Kehrseite der Medaille: Die natürliche Selektion fehlt – auch schwächere Tiere schaffen es durch den Winter.

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