Früh die Nachfolge planen

Beim Kompetenzforum der St. Galler Kantonalbank ging es um die Nachfolgeplanung, eine der grössten unternehmerischen Herausforderungen. Rund 80 Interessierte trafen sich in Buchs.

Adi Lippuner
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Die Referenten waren Ralf Schröder, HSP Consulting, Stephan Egger und Karl Pareth, St. Galler Kantonalbank (von links). (Bild: Adi Lippuner)

Die Referenten waren Ralf Schröder, HSP Consulting, Stephan Egger und Karl Pareth, St. Galler Kantonalbank (von links). (Bild: Adi Lippuner)

BUCHS. Zwei Experten aus der Praxis gaben im Neubau der Secli Weinwelt AG am Donnerstagabend Einblick in ihre Tätigkeit. Dabei betonte Stephan Egger, Leiter Nachfolgedesk bei der St. Galler Kantonalbank, dass eine gute Nachfolgeplanung schon bei der Geschäftsgründung erfolgen sollte. Und von Ökonom Ralf Schröder, Inhaber der HSP Consulting AG in St. Gallen und Verwaltungsrat mehrerer Familiengesellschaften, war unter anderem zu erfahren: «Die Unternehmensbewertung entspricht nicht dem zu erzielenden Verkaufspreis, denn von Seiten des Besitzers spielen meist auch Emotionen mit.»

Win-win-Situation anstreben

Rund zwei Drittel aller kleinen und mittleren Unternehmen betreiben, dies die Erkenntnisse der Fachleute, keine systematische Nachfolgeplanung. «Ein fataler Fehler, denn dadurch werden unter Umständen Arbeitsplätze vernichtet», so Ralf Schröder. Er hat innerhalb der letzten Jahre gegen 50 Unternehmen bei der Übergabe an Nachfolger begleitet. «Dabei waren Unternehmen mit drei Personen, aber auch eine Firma mit gegen 500 Angestellten.» Wichtig für den Berater: «Jeder Fall ist anders, es gibt keine allgemein gültigen Rezepte, und was nicht ausser Acht gelassen werden darf, der Nachfolger muss sich in der Zukunft beweisen.» «Bei einer erfolgreichen Übergabe sollte eine Win-win-Situation angestrebt werden», berichtete Schröder. «Nur so fühlen sich beide Seiten wohl, egal, ob die Lösung innerhalb der Familie, durch den Verkauf an ein Management oder via Übernahme durch ein anderes Unternehmen erfolgt ist.»

Nachfolgedesk gegründet

Die St. Galler Kantonalbank hat den Bedarf, Kunden auf dem Weg zur Nachfolgeplanung zu begleiten, erkannt und das Nachfolgedesk gegründet, welches allen Interessenten und nicht nur ihren Bankkunden offen steht. Stephan Egger dazu: «Wir beginnen die Beratung in der Regel mit einem Kamingespräch. Dazu können Familienmitglieder und Freunde eingeladen werden, um in einer gemütlichen Runde die Wünsche und Vorstellungen offen auf den Tisch bringen zu dürfen. Nur wenn jeder seine Ideen einbringt, kann anschliessend nach passenden Lösungen gesucht werden.»

Nebst Einblick in mögliche Bewertungsformen wurde von Ralf Schröder darauf hingewiesen, dass jeder Berater darauf achten muss, dass Verkäufer und Käufer nach der gleichen Formel rechnen. «Hinter dem Transaktionspreis steht die Bewertung, es braucht Finanzpartner, und auch die haben Richtlinien. Kommt dazu, dass es kein Richtig oder Falsch gibt, denn im Zentrum steht nicht nur die Frage «Was ist das Unternehmen wert?», sondern auch «Was wird dafür bezahlt?».

Karl Pareth, Leiter der Niederlassung Buchs, betonte, dass der Anlass dazu diene, Unternehmer, aber auch mögliche Nachfolger für das Thema zu sensibilisieren. Hausherr Ivan Secli stellte den Neubau seiner Weinwelt vor und erläuterte die Idee, welche hinter der Architektur steckt. Passend zum Aufenthalt in der Weinwelt, konnte im Anschluss an die Referate und die Fragerunde der eine oder andere feine Tropfen probiert werden.