Frischer und regionaler geht nicht

Anfang April startete die Gartenkooperative Liechtenstein-Werdenberg in ihre erste Saison auf dem rund 6000 m² grossen Feld in der Nähe des Weidriethofs in Schaan. Noch werden «Gemüse-Abonnenten» gesucht.

Corinne Hanselmann
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Noch ist nicht das ganze Feld der Gartenkooperative Liechtenstein-Werdenberg bepflanzt. Gärtnerin Karin Huber (2. v. l.) plant dies saisongerecht. (Bilder: Corinne Hanselmann)

Noch ist nicht das ganze Feld der Gartenkooperative Liechtenstein-Werdenberg bepflanzt. Gärtnerin Karin Huber (2. v. l.) plant dies saisongerecht. (Bilder: Corinne Hanselmann)

SCHAAN. Sorgfältig hackt eine Gruppe Frauen und Männer ein Beet und bereitet es fürs Ansäen vor. Ein paar Reihen weiter zeigt Karin Huber, die von der Genossenschaft Gartenkooperative Liechtenstein-Werdenberg angestellte Gemüsegärtnerin, wie die Salat-Setzlinge richtig gepflanzt werden. Diese Arbeit macht Spass, zumindest bei gutem Wetter, und in einigen Wochen oder Monaten halten die «Hobby-Gärtner» wortwörtlich die Früchte ihrer Arbeit in der Hand.

Im Februar ist die Genossenschaft in Schaan gegründet worden (W&O vom 28. Februar). Die Idee: Genossenschafter lösen ein «Gemüse-Jahres-Abonnement». Wöchentlich erhalten sie eine Tasche mit saisonalem Bio-Gemüse, das auf dem Feld in Schaan gepflanzt und geerntet wird. Zusätzlich gehört aber auch eine Pflicht zum Abo: Es muss bei der Gartenarbeit mitgeholfen werden. «Die Mitglieder sind also gleichzeitig Produzent und Konsument», sagte Mitgründer Stephan Gstöhl anlässlich der Gründungsversammlung. «Wir teilen die Arbeit, das Risiko und die Ernte.»

Bereits 69 Abonnenten

In einem 50-Prozent-Pensum arbeitet Huber im Genossenschaftsgarten. «Erbsen, Bohnen, Salat, Steckzwiebeln, Knoblauch, Rüebli und Radieschen sind bereits gepflanzt», sagt sie und ergänzt: «Wir rechnen damit, dass wir in der zweiten Juniwoche die ersten Gemüse-Taschen ausliefern können». Das sei aber auch vom Wetter abhängig.

Die Genossenschaft ist nicht gewinnorientiert, es müssen lediglich die Kosten gedeckt sein. «Wir haben uns mittelfristig 80 Abos als Ziel gesetzt», sagt Andi Götz, Mitglied der Betriebsgruppe. «Nun sind wir bereits bei 69 angelangt». 112 Personen haben bisher 166 Genossenschaftsanteile gezeichnet.

Arbeitseinsätze ausgebucht

Nicht nur Liechtensteiner gärtnern in Schaan, auch 15 Werdenbergerinnen und Werdenberger haben ein Abo gekauft. Markus Härtl aus Werdenberg beispielsweise reizt es, dass man einen «fast eigenen» Garten hat, jedoch fachkundige Anleitung erhält. Ausschlaggebend war für ihn, dass die Kosten nicht höher seien als wenn man das Gemüse im Laden kauft. «Wir haben einen Monat lang die Kassenbelege gesammelt und es ausgerechnet», sagt er. Und die Arbeit mit Gesellschaft auf dem Feld mache Spass. Auch Lidwien van Eijnatten aus Sevelen gefällt der Gedanke, dass man arbeiten «kann», aber nicht immer «muss», wie wenn man zu Hause einen eigenen Garten hätte. «Eine gesunde Ernährung für meine Familie ist mir sehr wichtig», sagt sie und setzt deshalb auf das immer frische Bio-Gemüse aus Schaan.

«Die Arbeitseinsätze, die wir bis jetzt ausgeschrieben haben, waren immer sofort ausgebucht», freut sich Götz. Zum Arbeiten aufgerufen wird jeweils über das Internet. Auf einer modernen Onlineplattform kann man sich für die Einsätze eintragen, die Huber jeweils vorausplant.

Lidwien van Eijnatten (Sevelen) und Markus Härtl (Werdenberg) gärtnern auf dem Beet der Gartenkooperative in Schaan.

Lidwien van Eijnatten (Sevelen) und Markus Härtl (Werdenberg) gärtnern auf dem Beet der Gartenkooperative in Schaan.