Freudenfeuer zum Schluss

Die 6. Schweizerische Triennale der Skulptur hat ihren offiziellen Schlusspunkt gefunden. Die Ausstellung wurde mit einem Zusammenspiel von Kunst, Musik, Wasser und Feuer gewürdigt.

Susan Rupp/Pd
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Rolf und Esther Hohmeister freuen sich, dass «Laura» vor der Tamina Therme ihren Platz behalten darf und stehen bleiben wird. (Bild: Susan Rupp)

Rolf und Esther Hohmeister freuen sich, dass «Laura» vor der Tamina Therme ihren Platz behalten darf und stehen bleiben wird. (Bild: Susan Rupp)

BAD RAGAZ. Hochgerechnet rund eine halbe Million Besucher sind seit dem 9. Mai dieses Jahres durch Dorf und Parklandschaft in Bad Ragaz spaziert. Fakt ist zudem, dass an mehr als 1000 Führungen gegen 30 000 Erwachsene den Skulpturenpark besichtigt haben, dazu kommen rund 4500 Kinder, welche eine Kunstreise besucht haben. Und auch die Beachtung in den Medien rund um die Welt ist einmal mehr gestiegen. So haben beispielsweise rund 450 Artikel in Printmedien auf der ganzen Welt über die Bad Ragartz berichtet. «Damit haben wir unser formuliertes Ziel und unsere Hoffnungen sogar übertroffen», sagt Organisator und Vater der Bad Ragartz, Rolf Hohmeister.

Verleihung des Kulturpreises

Gegen zwei Millionen Franken hat der Bad Ragazer Arzt und Kunstmäzen Rolf Hohmeister zusammen mit seiner Ehefrau gesammelt, um die ohne Eintrittsgeld auskommende Skulpturenschau zu finanzieren. Ehre und Anerkennung für den enormen persönlichen Einsatz wird ihnen am 6. November zuteil: Vom Kanton St. Gallen erhalten Hohmeisters den Kulturpreis in der Höhe von 20 000 Franken.

Feuriger Abschluss

Diese somit überaus erfolgreiche 6. Triennale der Skulptur wurde am Freitagabend während der Tamina-Nacht richtiggehend zelebriert. Daniel Grünenfelder, Geschäftsführer der Tamina Therme, sagte einleitend: «Wir sind stolz, dass die Bad Ragartz mit der Tamina-Nacht ihren Abschluss nimmt und sind dankbar für das, was Esther und Rolf Hohmeister sowie all die guten Seelen um sie herum geleistet haben.» Damit die diesjährige Bad Ragartz nicht nur in der Erinnerung weiterlebe, werde ausserdem die Skulptur «Laura» auf der Terrasse vor der Therme stehen bleiben.

Die Tamina-Nacht kündigte Grünenfelder schliesslich mit folgenden Worten an: «Kunst, Feuer, Wasser, Musik: Heute treffen Elemente auf Leidenschaft.» Für einen ersten Höhepunkt und das Zusammenspiel von Wasser und Musik sorgten Anna Warzinek (Gesang) und Angela Büchel (Klavier). Sie bezauberten in der Tamina Therme mit klassischen Liedern zum Thema Wasser sowie mit Eigenkompositionen die Badegäste.

Als Krönung ist dann Kunst auf Feuer getroffen: Künstler Markus «Leto» Meyle hat seine fünf Meter hohe Skulptur «R. I. P. Reality» auf der Liegewiese vor der Tamina Therme in einem für die Öffentlichkeit zugänglichen Feuerspektakel verbrannt. Die Skulptur hat er eigens für die diesjährige Bad Ragartz gebaut und es war von Anfang an geplant, sie in einem Freudenfeuer aufgehen zu lassen. Begleitet von einem Feuerwerk sowie dem Profi-Schlagzeuger Peter Conradin Zumthor wurde die Skulptur dann angezündet und ist im Beisein vieler Einheimischer und Gäste spektakulär abgebrannt.

Ausblick auf 2018

Gestern begannen die Abbauarbeiten und die Skulpturen machen sich auf die Reise in ihre Heimat. Doch Wehmut sei nicht angesagt, betont Rolf Hohmeister. «Die Zukunft hat schon lange begonnen.» Und nach der Triennale ist vor der Triennale. Am 5. Mai 2018 startet die 7. Bad Ragartz, die Vorbereitungen dafür laufen. «Die Zeit vergeht – Zeit ist aber nicht Vergangenheit, sondern Zukunft. Die Bad Ragartz wird weiterleben. Freude, Gefühle und Dankbarkeit sind Verpflichtung und Verantwortung für die Zukunft des Orts und der Region», so Rolf und Esther Hohmeister. Und wenn Bad Ragaz im 2018 «gelb» werde, sei wieder Bad Ragartz angesagt.