Frauenraub-Stimmung macht sich in der Lokremise breit

BUCHS. «Yippie I oh, yippie I aye ye, ghost riders in the sky», singen vier Männer in der Buchser Lokremise. Die Bretter, auf denen sie stehen, sind frisch gesägt, noch ist die Kulisse des Musicals «Eldorado» im Rohbau.

Alexandra Gächter
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Milly zeigt den vier ledigen Brüdern, wie sie sich anstellen müssen, um endlich eine Frau zu finden. (Bilder: Alexandra Gächter)

Milly zeigt den vier ledigen Brüdern, wie sie sich anstellen müssen, um endlich eine Frau zu finden. (Bilder: Alexandra Gächter)

BUCHS. «Yippie I oh, yippie I aye ye, ghost riders in the sky», singen vier Männer in der Buchser Lokremise. Die Bretter, auf denen sie stehen, sind frisch gesägt, noch ist die Kulisse des Musicals «Eldorado» im Rohbau. Erst vor zwei Wochen wurde die erste Probe abgehalten, dennoch sind die Darsteller bereits text- und gesangssicher. Müssen sie auch. Denn bereits in drei Wochen findet die Premiere des Musicals «Eldorado» statt. Nervosität oder Hektik ist keine zu spüren, wohl aber konzentrierte Arbeit und viel Fleiss. Es zeichnet sich ab, dass das Stück ein komödiantisches, actiongeladenes, stimm- und bewegungsstarkes Musical wird.

Ungehobelt und unbeholfen

Die vier Hauptdarsteller verkörpern im Musical vier ledige Brüder, die in den frühen 60er-Jahren im Walde des Werdenwalderberges leben. Sie haben sich voll und ganz dem Westernleben verschrieben und treten gelegentlich als Country- und Western-Band in der Region auf. Doch eines fehlt ihnen zu ihrem Glück: eine Frau. Doch wie beeindruckt man eine solche? Und vor allem: Wie gewinnt man ihr Herz? Das sind Fragen, auf welche die ungezähmten, naturnahen und ein wenig romantischen Cowboys – wie sie Regisseur Nikolaus Büchel bezeichnet – keine Antwort wissen. «Die Brüder sind manchmal ungehobelt und unbeholfen in ihrem Charme den Frauen gegenüber», fügt er an. Die Männer ziehen die Dorfkellnerin Milly zu Rate, welche ihnen Tips gibt, wie sie sich in der Gegenwart einer Frau zu benehmen haben. Da dies nicht zum gewünschten Erfolg führt, sehen die vier Brüder nur einen Ausweg: Ihre künftigen Bräute müssen geraubt werden. Ob das der Brüder Glück bedeutet? Das Stück handle auch von der sanften Gewalt, welche der weibliche Einfluss auf ungezähmte Männer darstellt, wendet Büchel ein.

Verballhornte Ortsnamen

Der Autor des Stücks, der Liechtensteiner Mathias Ospelt, beschreibt die Story als eine, die sich in der Goldgräber-Stimmung des Werdenbergs und Liechtensteins der frühen 1960er-Jahren hätte abspielen können. «Das Lebensgefühl von Amerika hat sich in dieser Zeit sehr stark nach Mitteleuropa reflektiert», sagt Regisseur Nikolaus Büchel. Das Goldgraben könne mit dem Wirtschaftsaufbruch in der Region verglichen werden. Als Schauplätze des Musicals dienen dann auch verballhornte hiesige Ortsnamen wie «Werdenwalderberg» oder «Schaawil».

Die vier ausgewählten Bräute performen den Song «Where have all the Cowboys gone». (Bild: Alexandra Gaechter)

Die vier ausgewählten Bräute performen den Song «Where have all the Cowboys gone». (Bild: Alexandra Gaechter)

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