FRAUENFELD: US-Konzern kauft Open Air

Der US-Multi Live Nation besitzt neu die Mehrheit beim Open Air Frauenfeld. Damit soll der Grossanlass für die Zukunft gerüstet werden, denn der Druck auf Schweizer Festivals steigt weiter an.

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Die Tinte auf dem Vertrag ist trocken, die Spekulationen sind vom Tisch. Der amerikanische Unterhaltungskrösus Live Nation übernimmt die Mehrheit der Frauenfelder First Event AG, die das Open Air Frauenfeld seit 2004 zum grössten Hip-Hop-Festival Europas gemacht hat. Live Nation besitzt das weltweit grösste Festival-Portfolio, hat Musik-Grössen wie Madonna, Jay-Z oder U2 unter Vertrag und organisierte alleine im vergangenen Jahr Live-Veranstaltungen mit insgesamt 550 Millionen Zuschauern.

Festivalveranstaltern droht ein noch grösserer Druck

Der bisherige Präsident des Open Airs Frauenfeld, Wolfgang Sahli, freut sich über einen «starken und innovativen Partner». So könne das Open Air Frauenfeld weiterwachsen und sich entfalten. Sahli erwartet in Zukunft grosse Veränderungen in der Schweizer Konzertlandschaft. «Der Aufwand in Sachen Sicherheit und Umweltschutz nimmt für die Veranstalter ständig zu», sagt Sahli gegenüber der «Sonntagszeitung». Das mache starke Partnerschaften noch notwendiger, um im Buhlen um grosse Stars oder in Sachen Ticketpreisen konkurrenzfähig zu bleiben. Sahli geht noch einen Schritt weiter und meint: «Es werden sicher nicht alle Festivals in der Schweiz überleben.» Denn den Schweizer Festivalveranstaltern droht durch den Einstieg internationaler Riesen ein noch grösserer Druck. «Unabhängige Festivalveranstalter können mit den finanziellen Mitteln der grossen Konzerne nicht mithalten», sagt Christof Huber, Geschäftsführer des Open Airs St. Gallen. Schon vor zwei Jahren hat sich das Festival mit anderen Veranstaltern zusammengeschlossen mit dem Ziel, den internationalen Veranstaltern Paroli zu bieten. «Internationale Veranstalter haben die Ticketpreise und Gagen für die Stars in die Höhe getrieben», so Huber. (sk)8, 18