FLUMSERBERG: Laien erleben Wissenschaft

Die Geo-Galerie bietet einen spielerischen Einblick in die Wissenschaft rund um die Gebirgsbildungsthemen der Tektonikarena Sardona.

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Forscher der Uni Bern bohren im Grosssee Flumserberg nach Sedimentkernen. (Bilder: PD)

Forscher der Uni Bern bohren im Grosssee Flumserberg nach Sedimentkernen. (Bilder: PD)

Der Flumserberg präsentiert sich gerne als Wander- und Bikerberg. Weniger bekannt ist, dass auf dem Flumserberg auch geforscht wird und aktuell wichtige wissenschaftliche Grundlagen in Erarbeitung sind. Dies ist ganz im Sinne des Unesco-Welterbes Tektonikarena Sardona, welches mitunter die Aufgabe hat, die Forschung zu den Gebirgsbildungsthemen der Bevölkerung näher­- zubringen.

Kürzlich hat eine Forschungsgruppe der Universität Bern die diesjährigen Sedimentbohrkernarbeiten im Grosssee auf der Seebenalp erfolgreich abgeschlossen. Der leitende Forscher, Professor Flavio Anselmetti, fasst die Arbeiten wie folgt zusammen: «Es verlief alles nach Plan und wir kamen im tiefen Becken des Sees auf eine Sedimenttiefe von 8,5 Meter und denken, dass wir da gut 10000 Jahre Umweltgeschichte im Kern haben. So sollte es im Rahmen der laufenden Masterarbeit von Nicole Glaus möglich sein, einiges über Klimageschichte, Flutereignisse, Bodenerosion und weitere Umweltveränderungen der letzten Jahrtausende auf dem Flumserberg zu erfahren.» Anselmetti ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Tektonikarena Sardona.

Kartierung des Blattes Spitzmeilen

Im Auftrag der Swisstopo Landesgeologie ist Geologe Tobias Ibele aus Berschis seit zwei Jahren mit der geologischen Kartierung des Blattes Spitzmeilen beschäftigt. Auf bunten Karten wird für die gesamte Schweiz minutiös festgehalten, welches Gestein genau wo vorkommt. «Die Kartierung auf dem Flumserberg ist eine speziell schöne Aufgabe», meint Ibele. «Dies vor allem aufgrund der ausserordentlichen Gesteinsvielfalt in diesem Gebiet mit all ihren Farben und Formen.» Das Gebiet des Welterbes Sardona ist eines der letzten Gebiete der Schweiz, welches kartiert wird. «Das Gebiet ist natürlich speziell eindrücklich und ­herausfordernd, sozusagen das Schlussbouquet einer jahrelangen Arbeit», meint Ibele mit einem Augenzwinkern. Am 22. September gibt er in einem Kurs Einblick in sein Handwerk. Anmeldung bis spätestens 27. August an tobias.ibele@posteo.ch.

Die Geo-Galerie Flumserberg bietet einen spielerischen Einblick in die Wissenschaft rund um die Gebirgsbildungsthemen der Tektonikarena Sardona. Auf dem kinderwagentauglichen Weg rund um den Ziger und zwischen Maschgen- und Prodkamm werden die spannenden erdwissenschaftlichen Themen auf verständliche Weise erklärt, die am Flumserberg besonders eindrücklich sichtbar sind. Es ist kein Zufall, dass der Alpen­floraweg und die Geo-Galerie ­deckungsgleich sind: Die viel­fältigen Gesteine schaffen die ­Voraussetzungen für den Blumenreichtum. (pd)