Flüchtlinge reisen nach München, nicht nach Buchs

BUCHS/WIEN. Der grosse Ansturm von Flüchtlingen in Buchs ist gestern ausgeblieben. Die österreichischen Behörden haben einen grossen Teil der Arbeit erledigt. Ohnehin ist das Hauptziel der meisten Flüchtlinge aus Budapest Deutschland.

Roman Hertler/Rudolf Gruber
Merken
Drucken
Teilen

BUCHS/WIEN. Der grosse Ansturm von Flüchtlingen in Buchs ist gestern ausgeblieben. Die österreichischen Behörden haben einen grossen Teil der Arbeit erledigt. Ohnehin ist das Hauptziel der meisten Flüchtlinge aus Budapest Deutschland. Die Zahl der wartenden Journalisten überstieg jene der ankommenden Flüchtlinge deutlich. Bis am Mittag erreichten mit den elf Personen, die in der Nacht von der Polizei aufgegriffen worden waren, 26 Flüchtlinge die Schweiz. Zwei von ihnen wurden von der Polizei festgehalten.

Proteste in Budapest

Dagegen erreichten innerhalb von 24 Stunden rund 2500 Flüchtlinge die bayrische Metropole München. Allerdings wurde gestern den Flüchtlingen in Budapest die Ausreise wieder verwehrt. Einen Tag, nachdem Tausende Menschen auf der Flucht aus Ungarn ausreisen durften, wurde gestern morgen der Ostbahnhof in Budapest für Flüchtlinge wieder geschlossen. Hunderte von ihnen protestierten wütend. Sie schwenkten Billette, klatschten, buhten und skandierten «Deutschland, Deutschland» und «Merkel, Merkel».

Kontroverse um «Dublin»

Ein Sprecher der ungarischen Regierung begründete die erneute Änderung der Ausreisepraxis mit der Umsetzung von EU-Recht. Dieses verlange, dass jeder Bürger aus einem Drittstaat sich nur mit einem gültigen Pass und einem Schengen-Visum frei in der EU bewegen könne. Über die Umsetzung des Dublin-Abkommens entspann sich gestern europaweit erneut eine Kontroverse. Die bulgarischen Behörden teilten ausserdem mit, dass nach dem Tod von 71 Flüchtlingen in einem in Österreich abgestellten Lastwagen alle Verdächtigen festgenommen worden seien, insgesamt sieben Personen. ? THEMA 14+15