Fischer kämpfen weiter

In einer kantonalen Teilverfügung wird die Nutzung einer ehemaligen Pflanzgartenhütte in der Cholau als Fischerhütte verweigert. Der Fischereiverein Wartau will sich weiter juristisch wehren.

Thomas Schwizer
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Das kantonale Amt schreibt in seiner detaillierten Teilverfügung, dass die Zusatzbauten, die in den letzten Jahren rund um das Fischereivereins-Hüttli in der Cholau realisiert wurden, nicht bewilligt werden dürfen. (Bild: Heini Schwendener)

Das kantonale Amt schreibt in seiner detaillierten Teilverfügung, dass die Zusatzbauten, die in den letzten Jahren rund um das Fischereivereins-Hüttli in der Cholau realisiert wurden, nicht bewilligt werden dürfen. (Bild: Heini Schwendener)

WARTAU. Einhelliges Unverständnis und grosse Verärgerung über den ablehnenden Bescheid aus St. Gallen und das Gefühl, von den Gemeindebehörden im Stich gelassen zu werden: Diese Empfindungen prägten die ausserordentliche Hauptversammlung des Fischereivereins Wartau vom Freitagabend.

Am «Hüttli festhalten»

Die Vereinsmitglieder beschlossen nach engagierter Diskussion, dass sie sich weiterhin für die heutige Nutzung der Vereinshütte und von deren Infrastruktur einsetzen wollen. Diese seien für den Verein sehr wichtig und bestünden seit Jahren. Sie erteilten dem Vorstand die Kompetenz, weiterhin einen Juristen zur Unterstützung beizuziehen.

Ausbauten nicht zulässig

Die Auseinandersetzung (der W&O berichtete am 28. Februar 2015 ausführlich) ist mit der Teilverfügung des kantonalen Amtes für Raumentwicklung und Geoinformation von Ende Juni 2015 um einen Akt reicher. Laut dieser ist die Nutzung der Baute in der Cholau als Vereinshütte – wie sie seit vielen Jahren erfolgt – nicht gestattet und kann nicht bewilligt werden. Das Grundstück liegt ausserhalb der Bauzone.

Die Teilverfügung bedeutet, dass der Fischereiverein die vor Jahren realisierten Ausbauten und Zusatzeinrichtungen zurückbauen müsste: Materialcontainer, Sitzplatz mit pergolaähnlicher Überbauung, Cheminée. Einzig die Toilette dürfte bleiben, müsste aber verlegt werden. Die Hütte selbst dürfte künftig lediglich noch als Materialschopf genutzt werden. Diese Funktion hatte die ehemalige Pflanzgartenhütte bis zur Übernahme durch die Wartauer Fischer im Jahr 1988.

Die Zeit drängt

Die ablehnende Teilverfügung betrifft das Baugesuch, das der Fischereiverein eingereicht hat, um den langjährigen Zustand als Vereinslokal zu legitimieren. Ans Licht kam die Tatsache, dass die baulichen Veränderungen nie bewilligt worden sind, in einem Streit. Dieser herrschte zwischen dem Landwirt, auf dessen Pachtland die Vereinshütte steht, und den Fischern. Der Landwirt hatte im Verlauf des Streits die Pro Natura St. Gallen-Appenzell auf den Plan gerufen, die sich nun in den Fall verbissen hat und sich gegen die Erteilung der nachträglichen Bewilligung wehrt.

Die Politische Gemeinde Wartau als Entscheidinstanz für das Baugesuch hat dem Fischereiverein und Pro Natura St. Gallen-Appenzell als weiterer involvierter Streitpartei die Gelegenheit zu einer Stellungnahme zur kantonalen Teilverfügung gegeben. Pro Natura hält am Rückbau fest, wie Fischereipräsident Fredy Kuratli am Freitagabend sagte. Die Zeit dränge, der Verein müsse bis Ende August Stellung nehmen. In welcher rechtlichen Form das geschehen müsse, klärt er deshalb umgehend mit der Gemeinde und dem Juristen ab, der vom Verein schon im bisherigen Streitverlauf beigezogen wurde. ? LOKAL 7