Feurige Kraft und Spannung erleben

An der Vernissage im Sunnehus sprachen am Samstag die beiden Künstlerinnen Rita Galliker und Barbara Kunz über ihre Motivation und über ihre Werke. Einige Dutzend Interessierte verfolgten aufmerksam die Ausführungen.

Stefan Füeg
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Zeigen sich vor ihren Werken: Rita Galliker (links) mit Zeichnungen, bei denen die Farbe Rot wegen ihrer starker Energie dominiert, und Barbara Kunz mit Skulpturen zwischen Spannungsbögen und Brüchen. (Bild: Stefan Füeg)

Zeigen sich vor ihren Werken: Rita Galliker (links) mit Zeichnungen, bei denen die Farbe Rot wegen ihrer starker Energie dominiert, und Barbara Kunz mit Skulpturen zwischen Spannungsbögen und Brüchen. (Bild: Stefan Füeg)

WILDHAUS. Ein Rundgang durch die in den Gängen des Sunnehus ausgestellten Objekte und Gemälde zeigte unmissverständlich auf, was die beiden Künstlerinnen Rita Galliker und Barbara Kunz bei der Gestaltung, bei der Inspiration zu ihren Werken empfunden, gespürt haben. Und das kommunizierten die beiden denn auch.

«Rot hat eine starke Energie»

So meinte Rita Galliker, dass sie zwar primär auf die Farbe Rot setze, aber selbstverständlich auch andere Farben in ihre Gemälde hineinkomponiere. Aber alles seien Naturfarben.

Und warum denn immer Rot? Darauf hatte Rita Galliker eine einfache Antwort: «Rot hat eine starke Energie, die ich in den Kompositionen freisetzen kann.» Das Gestalten, das Empfinden, das Kreative habe immer damit zu tun, dass sie im Hier und Jetzt anwesend sein müsse. Ohne eine eigentliche «Berührung im Inneren» finde der Dialog zwischen Bild, Malerin und dem anschliessenden Betrachten nicht statt.

Auf Basis der Feinfühligkeit

Barbara Kunz, welche im Sunnehus ihre Skulpturen zeigt, erwähnte zu Beginn ihrer Ausführungen die Feinfühligkeit, welche sie haben müsse, um Steine in jene Form zu bringen, welche sie möchte. «Man muss mit beiden Füssen auf der Erde stehen, um die Steine zu verstehen, um zu begreifen, was sie wollen.» Erst wenn das der Fall sei, «dann geschieht es, dass sie sich behandeln lassen», schilderte Barbara Kunz.

Sie habe zwei Hauptrichtungen in ihren Werken, welche sich ergänzen würden. Einerseits sind das «Spannungsbögen», andererseits «Brüche». Das versuchte Barbara Kunz am Beispiel ihrer Skulptur «Zusammen Halten» zu zeigen. Diese zeigt zwei Halbkugeln, welche aneinander «festhalten» – oder doch nicht? Schwebt die eine Halbkugel über dem Abgrund, während die andere auf festem Boden steht? Es liege am Betrachter, sich Gedanken darüber zu machen, stellte die Künstlerin fest. Jeder oder jede könne das anderes interpretieren.

Werke aus der Stille

Die musikalisch umrahmte Vernissage zeigte wieder einmal auf, was in der Stille, im Unbekannten und dort eher verschämt, für Werke entstehen können, deren Betrachtung inspirierend sein kann. Und da sie nun für längere Zeit im Sunnehus öffentlich zugänglich sind, kann man erblicken, was in diesem Umfeld entstehen kann.