Fernverkehrsentwicklung und verzögerter Spurausbau

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Ludwig Altenburger
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In einer Interpellation, welche von allen Parteien im Kanton St. Gallen der Regierung eingereicht und am letzten Mittwoch in der Kantonsratssession diskutiert worden ist, wurde unter anderem auch die Frage des Fernverkehrkorridors Fürstenland–St. Gallen-Rheintal aufgeworfen und damit auch die Auswirkungen auf die Doppelspurausbauten im Raum Oberriet und Buchs-Sevelen.

Den Medien (W&O vom 19. September) kann entnommen werden, dass die für unsere Region geplanten Ausbauschritte, das heisst SBB-Doppelspur Buchs–Sevelen wie auch die Haltestelle Trübbach-Fährhütte erst im 2025 realisiert werden sollen. Die Verzögerung der Doppelspurausbauten wird mit «schwierigen geologischen Verhältnissen und mit der Bauphasenplanung auf den Einspurabschnitten» begründet. Dies ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar, umso mehr als die geologischen Verhältnisse seit Jahrzehnten bekannt sind und nicht mehr als Begründung für Verzögerungen angeführt werden können.

Nach unserem Kenntnisstand liegt das Projekt der Doppelspur Buchs–Sevelen bereits vor! Die geplanten Doppelspurabschnitte sowie die Haltestelle Trübbach-Fährhütte sind im gleichen Bauphasenplan wie die Doppelspur Oberriet–Oberriet Nord enthalten. Wir erwarten, dass Verkehrsminister Bruno Damann und das Amt für öffentlichen Verkehr sich bei den SBB und beim Bundesamt für Verkehr dafür einsetzen, indem die Planauflagen zügig vorangetrieben werden, damit mit den Infrastrukturausbauten auch gestartet werden kann. Im Falle von Einsprachen verzögert sich der Realisierungszeitpunkt wiederum, was nicht zu tolerieren ist. Auch hat der Gesetz­geber Instrumente wie die Vorfinanzierung von Bahninfra­strukturausbauten geschaffen. Die Regierung wurde bei der Beratung des vierten Nachtrags zum Gesetz zur Förderung des öffentlichen Verkehrs beauftragt, unter anderem Massnahmen umzusetzen wie den Bau eines Doppelspurabschnitts zwischen Buchs und Sargans.

Hinderlich ist auch die Prämisse von SBB und Regierung, dem Grundsatz Kapazität vor Geschwindigkeit nachzuleben. Hier muss es ein Umdenken geben zur «Kapazität und Geschwindigkeit», was wiederum für einen rascheren Ausbau der Doppelspur Buchs–Sevelen und der Haltestelle Trübbach- Fährhütte spricht. Es gilt, endlich den Fabi-Beschluss der Bürgerinnen und Bürger umzusetzen.

Konkret fordern wir, dass Regierungsrat Damann bei den SBB eine zeitnahe Planauflage der Doppelspurabschnitte sowie eine rasche Bauphasenplanung einfordert. Die Unterstützung der Region und der Politik ist ihm gewiss. Eine weitere Verzögerung der Realisierung wird nicht verstanden.

Ludwig Altenburger

Alt Kantonsrat, Buchs

Beat Tinner

Kantonsrat, Azmoos