Feines Konzert der Dorfmusik Grabs

GRABS. In der reformierten Kirche in Grabs gab die noch junge Grabser Dorfmusik ein Konzert, dass die Leute begeisterte.

Pius Bamert
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Für interessierten Nachwuchs der Dorfmusik scheint gesorgt zu sein. (Bild: Pius Bamert)

Für interessierten Nachwuchs der Dorfmusik scheint gesorgt zu sein. (Bild: Pius Bamert)

GRABS. In der reformierten Kirche in Grabs gab die noch junge Grabser Dorfmusik ein Konzert, dass die Leute begeisterte.

Lange Zeit war der Musikverein Grabs auf Tauchstation. «Eine Gemeinde mit 7000 Einwohnern muss doch eine Musik haben», sagte der Gemeindepräsident Rudolf Lippuner zusammen mit einigen Männern aus der Gemeinde. So gründeten die Grabser vor vier Jahren die neue Dorfmusik. In der kurzen Zeit sind bereits ca. 20 Musikanten und Musikantinnen dabei. Ihr Motto: Freude haben am gemeinsamen Musizieren und viel Spass am gutgelaunten Beisammensein.

Frischer Wind im Dorfleben

Inzwischen haben sich auch schon einige Nachwuchsmusikanten dazugesellt. «Young Musicals» nennen sie sich zeitgemäss. «Das Spiel in der Gruppe ist die ideale Ergänzung zum Einzelunterricht an der Musikschule, denn das Zusammenspiel ist etwas ganz Spezielles und Positives. Wir wollen jungen Menschen die Möglichkeit bieten, dieses gemeinsame Musizieren zu erleben und in der Gruppe auch neue Kameraden und Freunde zu finden.» «Ein Konzert ist erst ein Konzert, wenn zuerst ein Marsch gespielt wird.» (Originalton des Gemeindepräsidenten). Die Musiker entschieden sich für «The Eagle March», einen Marsch, wie ihn das Publikum liebt, nicht militärisch, sondern «läufig», eigentlich zum lockeren Marschieren. Die Komposition stammt von Morton J. Wollin. «Schon früh in seinem Leben wurde der spätere Komponist Mitglied des Schulorchesters, wo er Bariton spielte. Die Musik hatte ihn also früh gepackt, und schon bald begann er, seine eigene Musik zu komponieren, die bereits vielen Menschen rund um die Welt Freude bereitet hat», so Ernst Frehner, der kompetent durchs Konzert führte. Zu jedem Stück weiss er eine Geschichte und Anekdoten, bringt so das zahlreiche Publikum näher an die Musik.

Two Scottish Folk Songs

Trotz fehlenden Schottenröcken und Dudelsack, die zwei Beiträge aus diesem freiheitsliebendem Land begeisterten. Schloss man die Augen, entführten die Melodien rasch in die schottische Hügellandschaft und in das bodenständige, aufrichtige, aber auch sehr herzliche Gemüt der Schotten. Beim nächsten Song «Cant help falling in love», mit dem Elvis Presley in den 60er-Jahren alle Frauen betörte, das innige Liebeslied, das auf dem französischen Lied «Plaisir d'amour» aus dem 18. Jahrhundert basiert, liessen die Zuhörer der damaligen Generation die Augen gleich geschlossen und hingen irgendwie ihren Erinnerungen nach. Viele erinnern sich auch noch gut an «My Way». Tausende Male hat Frank Sinatra diesen Song als Abschluss seiner Konzerte gesungen. Andere Künstler wie Mary und Gordy und auch Hildegard Knef sangen es bei ihrem «letzten Vorhang». Die Grabser Dorfmusik machte aber noch nicht Schluss. «Rolling in the deep», eine epische Pop-Hymne, «The Lion King» aus «König der Löwen» folgte.

Saubere Leistung

Zum Abschluss bedankte sich die Dorfmusik zusammen mit den Jungen bei allen Zuhörern und Beteiligten mit dem Abba-Lied «Thank you for the music». Das Publikum gab den Dank mit viel Applaus zurück. Fazit: Es ist schon erstaunlich, was man in kurzen vier Jahren mit einer doch kleinen Gruppe Musikanten und Musikantinnen für eine grosse qualitative und saubere Leistung erreichen kann.