Fasziniert von der enormen Kraft

Jan Bischof herrscht über schwere Geräte, die mit starken Motoren bewegt werden. Mit ihnen sorgt er dafür, dass die Fahrbahnen eben sind und die Strassenbeläge und Unterbauten lange halten.

Hanspeter Thurnherr
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Konzentration gefragt: Jan Bischof verfestigt auf einem engen Wegstück den Unterbau mit einer Vibrations-Walze. (Bilder: Hanspeter Thurnherr)

Konzentration gefragt: Jan Bischof verfestigt auf einem engen Wegstück den Unterbau mit einer Vibrations-Walze. (Bilder: Hanspeter Thurnherr)

GRABS. Sie hat breite schwere Räder, die aber nicht in erster Linie zum Fahren da sind. Sie bewegt sich bestenfalls im Tempo eines Radfahrers, der es gemütlich nimmt. Sie erreicht ja auch ein Gewicht von mehreren Tonnen. Sie hält einen «Winterschlaf» und arbeitet vorwiegend in den drei anderen Jahreszeiten. Es gibt sie in verschiedensten Varianten. Die Rede ist von der Strassenwalze.

Vom Grossvater inspiriert

Der in Grabs lebende Toggenburger Jan Bischof verbringt viel Zeit auf solchen kraftvollen Maschinen. Für die Seveler Firma Toldo Strassen- und Tiefbau AG arbeitet er als Baumaschinenführer. «Von klein auf bin ich von Maschinen fasziniert gewesen. Mein Grossvater war Landmaschinenmechaniker. So konnte ich bei ihm auf solchen Dingern herumfahren», erzählt Bischof.

Deshalb wusste er schon früh, dass er auf dem Bau und mit Maschinen arbeiten wollte. Er absolvierte deshalb eine Lehre als Strassenbauer, um sich nachher zum Baumaschinenführer weiterzubilden. Ihm imponieren bei den Strassenwalzen die Motoren, ihre enorme Kraft, und was mit dieser Kraft möglich wäre. Dazu faszinieren ihn die technischen Möglichkeiten, etwa wie mit zwei Joysticks die riesigen Kräfte bewegt werden können.

Mit Augen und Händen

Wird es ihm bei der Arbeit – die Strassenwalze fährt ja sehr langsam – nicht langweilig? «Das kommt drauf an. Bei der Pneurad- wie auch bei der Abglättwalze gilt: Dort, wo es eng ist, wird es mir nicht langweilig. Je breiter die zu bearbeitende Fahrbahn ist, um so langweiliger kann es mir werden. Es ist fast wie beim Autofahren auf einer Autobahn», erzählt der 26-Jährige.

Nicht langweilig wird es ihm auf der Vibrationswalze. «Hier braucht es volle Konzentration und Aufmerksamkeit. Denn meistens arbeiten rund um die Walze herum noch andere Leute. Auch muss man auf Randsteine, Schachtdeckel, Schieberkappen und ähnliches aufpassen.» Zwar sei die Geschwindigkeit langsam. «Aber schlimmstenfalls reicht sie, um einen Fuss zu überfahren oder mit einem anderen Arbeitsgerät zu kollidieren.» Doch er und seine Arbeitskameraden seien ein eingespieltes Team, das mit Augen und Händen kommuniziere. Das alles mache die Arbeit interessant, bringe aber auch eine hohe Verantwortung mit sich.

Sonnig, aber nicht zu warm

Wie hat es Jan Bischof mit dem Wetter? «Meine Vorliebe: sonnig, aber nicht allzu warm.» Jahr für Jahr werde das Wetter extremer und die Anpassung schwieriger. «Ein gutes Beispiel waren die ersten Junitage. Bei 35 Grad bekamst du fast einen Hitzschlag, wenige Stunden später fror man bei 10 Grad.» Die hohen Temperaturen führen dazu, dass man beim Belagseinbau unter enormem Druck stehe. «Wir müssen schneller, aber auch länger abglätten, um den Belag dicht zu bekommen», sagt er. «Aber zum Glück können die Menschen das Wetter nicht selber machen – sonst müssten wir Strassenbauer ja nur noch arbeiten.» Jan Bischof arbeitet gerne mit den schweren Maschinen. «Ich halte sie sauber und trage ihnen Sorge, wie wenn sie mein wären.» Aber seine «Liebe» zu ihnen geht doch nicht so weit, dass er ihnen insgeheim einen Namen gäbe, wie es oft Musiker mit ihren Instrumenten tun.

Jugendtraum erfüllt: Baumaschinenführer Jan Bischof ist fasziniert von der Motorenkraft der Strassenwalzen.

Jugendtraum erfüllt: Baumaschinenführer Jan Bischof ist fasziniert von der Motorenkraft der Strassenwalzen.

Bild: HANSPETER THURNHERR

Bild: HANSPETER THURNHERR

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