Fast niemand lagert die Waffe im Zeughaus

ZÜRICH. Seit Anfang 2010 können Angehörige der Armee ihre persönliche Waffe freiwillig und ohne Begründung in einer Retablierungsstelle deponieren.

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ZÜRICH. Seit Anfang 2010 können Angehörige der Armee ihre persönliche Waffe freiwillig und ohne Begründung in einer Retablierungsstelle deponieren. Mit dieser Massnahme wollte der Bundesrat die Sicherheit im Umgang mit Ordonnanzwaffen verbessern – nachdem Verbrechen für Aufsehen gesorgt hatten, die mit Armeewaffen verübt worden waren. Nun zeigt sich: Fast niemand macht von diesem Angebot Gebrauch. Gemäss Zahlen des Verteidigungsdepartements waren Ende Juni schweizweit nur gerade 789 persönliche Armeewaffen hinterlegt. Und dies bei einem Effektivbestand der Armee von rund 170 000.

«Zu umständlich»

Die höchsten Werte weisen der Kanton Genf mit 160 und der Kanton Zürich mit 129 hinterlegten Waffen auf; im Kanton St. Gallen sind es 30 und im Kanton Thurgau 28. «Für die meisten Angehörigen der Armee ist es zu umständlich, die Waffe für die WK und die ausserdienstlichen Pflichten immer wieder zu holen und dann wieder abzugeben», sagt der St. Galler Kreiskommandant Andreas Schwarz. In der breiten Bevölkerung ist die Akzeptanz für die Heimabgabe der Armeewaffe in den letzten Jahrzehnten eigentlich gesunken.

Keine Mehrheit im Parlament

Mehrere politische Vorstösse von linken und grünen Politikern, welche die Heimabgabe abschaffen wollten, sind in der Vergangenheit gescheitert. Diese Massnahme sei unverhältnismässig, hatte der Bundesrat in der Vergangenheit argumentiert. (mb) ? SCHWEIZ 19