Famoser Start im regionalen Repair Café

Reparieren statt wegwerfen ist die Devise. Dieses Prinzip kann dank dem am Samstag neueröffneten Repair Cafés im Brütwerk der Scuola Vivante, Buchs, nun auch in der Region Werdenberg gelebt werden.

Heidy Beyeler
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Die teure Bernina-Nähmaschine wandert nicht in die Spezialentsorgung – die jungen Tüftler haben der Elektronik ein Schnippchen geschlagen; die Nähmaschine ist wieder einsetzbar. (Bild: Heidy Beyeler)

Die teure Bernina-Nähmaschine wandert nicht in die Spezialentsorgung – die jungen Tüftler haben der Elektronik ein Schnippchen geschlagen; die Nähmaschine ist wieder einsetzbar. (Bild: Heidy Beyeler)

BUCHS. Das Repair Café startete am letzten Samstag erstmals. Während dreier Stunden – von 14 bis 17 Uhr – standen die Türen für Interessierte offen. «Bereits eine halbe Stunde vor der offiziellen Eröffnung war das Brütwerk schon ausgelastet», sagte Jürg Mäder von der Scuola Vivante. Gäste sowie Besucher, die mit reparaturbedürftigen Geräten, Maschinen, Möbel- oder Kleidungsstücken unterm Arm daherkamen, konnten es kaum erwarten, bis sich jemand der beschädigten Geräte annahm.

Als Initiator dieses nachhaltigen Unternehmens steht Stadtrat Hans Peter Schwendener. Anlässlich der Eröffnung bezeugten auch Stadtpräsident Daniel Gut und Stadtrat Hansruedi Bucher mit ihrem Besuch Anerkennung gegenüber diesem Projekt.

Unmögliches wird möglich

Rund 150 Besucher wollten wissen, was das Repair Café an sich hat. Vor gut einem Jahr wurde das Repair Café in Schaan eröffnet (der W&O berichtete). Jetzt wurde in Buchs ein ebensolches Angebot geschaffen. Mit Erfolg. In Zusammenarbeit werden künftig die beiden Repair Cafés alternierend – immer am letzten Samstag im Monat, von 14 bis 17 Uhr – der Bevölkerung beratend und hilfreich zur Verfügung stehen. So können beispielsweise am 28. März defekte Geräte, Möbel- oder Kleidungsstücke allenfalls im Gemeinschaftszentrum Resch, Schaan, repariert werden; einen Monat später, am 25. April, wird das Brütwerk in der Scuola Vivante in Buchs wiederum für Reparaturen zur Verfügung stehen.

Strahlend kam Gemeinderat Hansruedi Bucher am Samstag in den Räumlichkeiten des Brütwerks daher. In seiner linken Hand hält er eine Tasche. Er zieht seinen geliebten Wintermantel aus dieser Tasche. Ein nicht zu kleines Loch wurde von einer Fachfrau perfekt behoben. Die Reparatur ist vollends gelungen. Hansruedi Bucher wird seinen Mantel die kommenden Winter umso mehr schätzen und sich immer an die geglückte Reparatur im Repair Café erinnern.

Unzählige Beratungen in den Bereichen Computer und Energieberatung werden Geschichten erzählen können. «Das Repair Café macht glückliche Menschen», zitiert Jürg Mäder eine spontane Bemerkung einer Besucherin.

Zuversicht und Hoffnung

Im Brütwerk herrschte Aufbruchstimmung, Zuversicht und Hoffnung: Freiwillige, langjährige Fachleute und junge Tüftler, die versuchen, einem Fehler diagnostisch auf die Spur zu kommen. Im Repair Café steht Rentabilität oder Wirtschaftlichkeit in Relation zur Nachhaltigkeit im Mittelpunkt. Experten und Tüftler sind lösungsorientiert, haben den Ehrgeiz, das Problem zu lösen, und erwarten, dass die «Kunden» mitwirken und dabei lernen, kleine Defekte selber zu beheben. So gesehen kann das Repair Café auch als Lernwerk bezeichnet werden.

Obwohl am Samstagnachmittag bis 17 Uhr sehr viele Leute ins Repair Café kamen, war keine Hektik, Nervosität oder allfälliger Druck spürbar. Die rund 20 Experten und Tüftler aller Generationen – von Jung bis Alt – nahmen sich Zeit. Der Erfolg war auf ihrer Seite. Immerhin konnten von 72 Defekten, Mängeln oder Schäden 75 Prozent behoben werden. Das bedeutet: Drei Viertel der Objekte landen nicht im Müll.

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