Familiengeschichte als Grundlage

Am Freitag hatten Kunden der Kantonalbank Buchs sowie weitere Gäste die Gelegenheit, sich den neuen Film von Kuno Bont anlässlich der Vorpremiere anzuschauen. Das lang erwartete Kinostück «Das Deckelbad» ist eine Wucht.

Hansruedi Rohrer
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Karl Pareth (Kantonalbank) mit den Schauspielern Elena Colaianni, Hanspeter Ulli, Margrit Knecht, Regisseur Kuno Bont, Simona Specker, von links. (Bilder: Hansruedi Rohrer)

Karl Pareth (Kantonalbank) mit den Schauspielern Elena Colaianni, Hanspeter Ulli, Margrit Knecht, Regisseur Kuno Bont, Simona Specker, von links. (Bilder: Hansruedi Rohrer)

WERDENBERG. «Das Deckelbad», die Geschichte der Katharina Walser, betitelt sich das neue Werk des einheimischen Filmemachers Kuno Bont vom Städtchen Werdenberg. Die Kantonalbank Buchs lud zur Vorpremiere im Kiwi-Treff Werdenberg ein.

Karl Pareth, Leiter Niederlassung Buchs der St. Galler Kantonalbank, begrüsste mit Freude die vielen Kinogäste. Mit diesem Film habe Kuno Bont ein ganz heisses Eisen angefasst, sagte er. Wichtig sei, dass man aus der Geschichte lernen könne. Die Präsenz der vielen Zuschauer würden das Interesse gerade an dieser Geschichte bekunden, sagte Karl Pareth. «Die Kantonalbank ist stolz, diesen Film, der durchaus als Nachfolger von <Der Verdingbub> gelten darf, zeigen zu können.»

Auf Tatsachen beruhend

Der Spielfilm «Das Deckelbad» beruht auf einer wahren Werdenberger Geschichte und erzählt die tragische Geschichte einer Vorarlberger Serviertochter, welche in den 1930er-Jahren Arbeit im Rheintal sucht. Im Film heisst sie Katharina Walser und wird von Simona Specker ganz hervorragend und in allen Facetten der ganzen Tragik dargestellt. Die junge Werdenbergerin wohnt in Zürich und besucht dort die Schauspielschule. Als sich Katharina in einen Grabserberger verliebt, den Tannbühler Tres, scheint sich ein Traum zu erfüllen.

Doch die Behörden sind da anderer Meinung und sie verliert die Aufenthaltsbewilligung. Doch die Geschichte ist damit noch lange nicht zu Ende, jetzt beginnt erst die ganze Tragik. Kuno Bonts Film ist damit klar auch ein Fingerzeig auf die Machenschaften mit den Tausenden jungen Frauen und Männern, die von 1935 bis 1981 von «Amtes wegen», aber meist ohne rechtskräftiges Urteil und für unbestimmte Zeit in Strafvollzugsanstalten, Arbeitserziehung und in die Psychiatrie gesteckt wurden. Man wusste es, aber sprach nicht darüber.

Unrecht aufgezeigt

«Das Deckelbad» zeigt solche Eingriffe in die persönliche Freiheit anderer als elementares Unrecht auf und stellt eindringlich und dramatisch dar, was Willkür, Vetternwirtschaft und Ausgrenzung zur Folge haben können. Kuno Bont stellte das Filmprojekt vor. Dieses habe eine 50köpfige Crew, ein Jahr Vorbereitung und sechs Monate Drehzeit nebst unzähligen administrativen Belangen sowie die unausweichliche Suche nach der Finanzierung benötigt. Nach der Vorführung beantworteten Kuno Bont sowie die zwei Darsteller Simona Specker und Hanspeter Ulli einige Fragen von Karl Pareth zum Film.

Am Schluss dislozierten die Gäste in die Ladenräumlichkeiten von Sport Sprecher, wo ein Apéro riche aus der Küche von Marxer's Kochwelt offeriert wurde. Der W&O wird auf «Das Deckelbad» zurückkommen; es ist demnächst im Kino zu sehen.

Gäste an der Vorpremiere, links Gemeindepräsident Rudolf Lippuner.

Gäste an der Vorpremiere, links Gemeindepräsident Rudolf Lippuner.