Fall Wüst: Parteien zeigen kein Verständnis

ST. GALLEN. Die aussergewöhnlich hohe Ferienentschädigung für den pensionierten Generalsekretär des St. Galler Gesundheitsdepartements, Roman Wüst, beschäftigt auch die Parteien. Bis jetzt wollten sich die Parteileitungen zwar nicht zum Fall äussern, nun wagen sich die ersten aus der Deckung.

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ST. GALLEN. Die aussergewöhnlich hohe Ferienentschädigung für den pensionierten Generalsekretär des St. Galler Gesundheitsdepartements, Roman Wüst, beschäftigt auch die Parteien. Bis jetzt wollten sich die Parteileitungen zwar nicht zum Fall äussern, nun wagen sich die ersten aus der Deckung.

«Das ist unsere Pflicht»

Vertreter der bürgerlichen Parteien zeigen kein Verständnis für die hohe Zahlung an Wüst. Für den Chef der kantonsrätlichen Finanzkommission, Kurt Alder, ist deshalb klar, dass die Angelegenheit durchleuchtet werden muss. Nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Reaktionen aus der Bevölkerung und in den Medien müsse nun die Politik aktiv werden. «Das ist unsere Pflicht.»

Diese Meinung vertreten auch die Präsidenten von SVP, FDP und CVP. Unternehmen will zwar vorläufig niemand etwas – man wolle zuerst einmal den Entscheid der Finanzkommission abwarten. Klar ist aber schon jetzt, dass die bürgerlichen Parteien Heidi Hanselmann ins Visier nehmen werden. Es handle sich nicht um einen Fall Wüst, sondern um einen Fall Hanselmann, sagt etwa SVP-Fraktionspräsident Michael Götte.

Von Regierung gutgeheissen

Roman Wüst hatte nach seiner Pensionierung im Mai 2015 220 000 Franken für nicht bezogene Ferien erhalten. Die Zahlung beruht auf einer Abmachung zwischen Wüst, Hanselmann und dem Leiter des kantonalen Personalamtes, Primus Schlegel. Die Gesamtregierung hatte die Zahlung gutgeheissen. (lom/ar)

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