Fakten, Folgen, Container im OZ

Fakten: Es wurde ein Baukredit über 6,5 Mio. Franken an der Bürgerversammlung beantragt, ohne einen Budgetposten für die Verlegung / Auslagerung von Schulklassen zu beziffern.

Barbara und Thomas Germann, Prapafierstrasse 17, Trübbach
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Fakten:

Es wurde ein Baukredit über 6,5 Mio. Franken an der Bürgerversammlung beantragt, ohne einen Budgetposten für die Verlegung / Auslagerung von Schulklassen zu beziffern.

Die Realisierung des Umbaus ist nicht wie vom Schulrat an der Versammlung vorgestellt möglich, da dieser nicht ohne grössere Umverteilung von Klassen umgebaut werden kann.

Die Baukommission hat wichtige Faktoren bei der Ausarbeitung des Projektes nicht einbezogen.

Folgen:

Der Schulrat muss kostengünstigste Varianten suchen, damit das Versäumnis der Baukommission und des Schulrates nicht auffällt.

Die Kosten stehen bei allen Überlegungen im Zentrum der Entscheidungen und nicht das Wohl der Kinder.

Die Schulqualität und somit das Vermitteln des Schulstoffes leidet enorm unter diesem Vorgehen.

Es sind nicht nur die im Umbaugebäude beschulten Kinder betroffen, sondern auch die Primarschulklassen in Oberschan, Trübbach und Azmoos.

Viele unnötige Zimmer- und Schulhauswechsel führen zu verkürzten Unterrichtszeiten.

Alle Schulhäuser sind komplett ausgelastet und es ist kein Handlungsspielraum mehr vorhanden. Zusätzliche Kapazitäten = zusätzliche Kosten

Fazit Variante Schulrat:

Die Variante des Schulrates bringt sehr viele Probleme bei der Umsetzung.

Die Kernaufgaben der Schulgemeinde können nur beschränkt eingehalten werden.

Die tatsächlich anfallenden Kosten dieser Variante sind zum heutigen Zeitpunkt nicht absehbar, da diese nach wie vor nicht abschliessend durchdacht sind und sich sicherlich laufend erhöhen.

Das Vertrauen in den Schulrat und die Baukommission sind zerstört, da laufend neue, übereifrig entschiedene Varianten zur Diskussion stehen. Schnell einberufene Elternabende werden umgesetzt und neue Varianten unbedacht in der Öffentlichkeit verbreitet.

Fazit Variante Container beim OZ Seidenbaum:

Die Containervariante Schulhaus Seidenbaum ist die kostspieligste, aber auch durchgehend kalkuliert und daher risikoarm.

Bei der Planung und Umsetzung ist sie unbestritten die einfachste.

Der Schulbetrieb der Primarschüler ist nicht betroffen.

Die Einheiten der Oberstufe bleiben zusammen und die stufenübergreifenden Lektionen müssen nicht doppelt geführt werden.

Die Sekundarschüler profitieren ebenso wie die Realschüler von den weniger lärmbetroffenen Lektionen in den Containern.

Viele unnötige Transportwege können verhindert und das Transportrisiko beseitigt werden.

Sehr hohe Akzeptanz der Eltern, da die Schüler in den Schulzimmern sind und nicht auf der Strasse.

Es gibt nur eine geeignete Lösung: die Container im Oberstufenschulhaus Seidenbaum! Bitte stimmen Sie dem Antrag der Eltern zu und ermöglichen Sie den Schülern und Lehrpersonen einen geregelten und erträglichen Umbau des Oberstufenzentrums Seidenbaum.

Spitalplanung – auf null zurück

Am 27. März war die Öffentlichkeit eingeladen, sich in Grabs über die Spitalplanung des Kantons St. Gallen informieren zu lassen. In ihrem Einführungsreferat orientierte Regierungsrätin Heidi Hanselmann detailliert und kompetent über die sehr gut austarierte Spitalplanung und über die bewährte und erfolgreiche Netzwerk-Strategie. Regierungsrat und Bauchef Willi Haag legte seinerseits die weitgehend abgeschlossenen Bauplanungen dar.

Im Podiumsgespräch und besonders in der folgenden Fragerunde zeigte sich schnell, dass das Thema polarisiert. Kantonsrat Herbert Huser, aktivster Gegner der regierungsrätlichen Vorlage, entpuppte sich einmal mehr als gewiefter Taktiker und schlauer Verkäufer seiner «Vision». Die Idee eines Spitalneubaus auf «grüner Wiese» wurde von ihm ja mit dem Standort auf dem Axpo-Areal in Rüthi konkretisiert. Damit ist ihm ein raffinierter Schachzug gelungen, indem er vom eigentlichen Thema ablenken kann und seine Kritiker geradezu einlädt, sich damit auseinanderzusetzen.

Verschiedene Votanten zeigten auf, wie unausgereift und unsicher das Projekt «Spital Rüthi» ist. Huser hat wieder klar gesagt, dass es ja nicht Rüthi sein müsse, es gäbe ja noch andere denkbare Standorte. Vielsagend war auch, wie er auf konkrete Fragen ausweichend oder gar nicht antwortete.

Damit ist auch noch einmal ganz deutlich geworden, dass das St. Galler Stimmvolk in der Abstimmung im November nicht gefragt wird, ob es an Stelle der regierungsrätlichen Vorlage lieber ein neues Spital in Rüthi habe. Dieser Punkt ist vor allem auch für die Stimmenden im mittleren und unteren Teil des Rheintals von Bedeutung. Denn wenn die entsprechende Vorlage abgelehnt wird, heisst das nichts anderes, als dass man wieder bei null beginnen muss. Ob dann ein neues Spital in Rüthi zu stehen käme, wäre aus verschiedenen Gründen sogar unwahrscheinlich. Jene, die mit Rüthi liebäugeln, wären dann auf jeden Fall die Geprellten. Viel wahrscheinlicher und logischer wäre wohl, dass ein neues, grosses Spital weiter südlich und weiter von St. Gallen weg geplant würde. Wäre dies nicht klassischer Schildbürger-Streich, wenn nach jahrelangem Gerangel um den besten Standort sich zuletzt mangels anderer praktikabler Alternativen doch wieder Grabs zum Zuge käme?

Huser stellt seinen Ausführungen gerne einen Ausspruch von Wirtschaftsprofessor Franz Jäger voran: «Der eingeschlagene (vom Regierungsrat vorgeschlagene) Weg ist aber verantwortungslos, und wir werden dafür noch die Zeche bezahlen.» In der aktuellen Situation wäre dieser Satz umzuformulieren: Die Ablehnung der Regierungsvorlage ist verantwortungslos, wir alle würden die Zeche bezahlen! Mit der Spitalplanung auf null zurück – auf keinen Fall!

Null Franken fürs Wohl der Schulkinder

Wieso müssen wir unser Schulhaus räumen? Was antworten wir den Primarschülern vom Schulhaus Prapafier auf diese Frage? Aus Kostengründen – oder weil einige Schulräte keinen Draht zu Lehrern, Hauswarten und Schülern haben, oder weil sie über Wochen und Monate gelogen haben.

Wir sind sicher die einzige Gemeinde in der Schweiz, die für eine Schulraumverlegung von circa 150 Kindern 0 (null !!!) Franken budgetiert hat. Ich denke an die Kinder, die aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen und von Freunden getrennt werden. Sie wissen nicht, mit wem und wo sie das neue Schuljahr beginnen werden. Nicht alle Kinder sind diesen Veränderungen, unzähligen Verschiebungen, der zusätzlichen Unruhe gewachsen. Sie begreifen den Sinn nicht. Die Eltern können es ebenfalls überhaupt nicht nachvollziehen.

Stress, Ängste, Frustrationen und Aggressionen sind vorprogrammiert. Das wird sicher auch Auswirkungen auf die schulischen Leistungen haben. Wer muss die Konflikte lösen? Eltern, Schüler und Lehrkräfte, die diese Situation nicht gewollt respektiv vorausgeahnt haben. All diese Aspekte prallen ab.

Betroffene Damen und Herren Schulräte: Hört endlich auf das Anliegen der Eltern, Lehrer und auch der Schüler, die eure fatalen Fehler ausbaden sollen! Macht eine Schadensbegrenzung, indem ihr eure Sturheit, Arroganz und Blasiertheit beiseite stellt und endlich eine vernünftige Lösung für die Realklassen findet! Wie? Das ist eure Aufgabe, denn das ganze Chaos basiert auf dem von euch gesetzten Budget und eurer Anmassung, alles sowieso besser zu wissen. Ihr müsst keine Angst haben, dabei das Gesicht zu verlieren – das ist schon lange passiert. Jeglicher Respekt und Glauben ging in den letzten Wochen verloren.

Fazit: Lasst die Primarklassen an ihren gewohnten Orten! Die Kinder haben ein Recht auf eine gute Schulbildung und einen ungestörten, normal verlaufenden Unterricht.