EU plant weitere Zentren für Flüchtlinge auf dem Balkan

BRÜSSEL. Angesichts des Ansturms von Flüchtlingen auf die griechische Küste will die Europäische Union weitere Zentren zur Registrierung auf dem Westbalkan einrichten. Diese Bearbeitungszentren sollten die im Aufbau befindlichen Hotspots in Griechenland entlasten.

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BRÜSSEL. Angesichts des Ansturms von Flüchtlingen auf die griechische Küste will die Europäische Union weitere Zentren zur Registrierung auf dem Westbalkan einrichten. Diese Bearbeitungszentren sollten die im Aufbau befindlichen Hotspots in Griechenland entlasten. Darauf haben sich die EU-Innenminister bei einem Sondertreffen zur Flüchtlingskrise gestern in Brüssel verständigt.

«Es ist unmöglich, von Griechenland zu verlangen, jeden Tag 10 000 Flüchtlinge aufzunehmen», sagte Luxemburgs Aussenminister Jean Asselborn, dessen Land derzeit die EU-Ratspräsidentschaft ausübt.

Auf Lampedusa und Lesbos

Die griechischen Behörden könnten nicht alle Anträge dieser Personen bearbeiten, Fingerabdrücke nehmen und schliesslich Entscheidungen fällen, die grosse Auswirkungen auf das Leben der Ankommenden hätten. Stattdessen könnten Bearbeitungszentren ausserhalb und innerhalb der EU aufgebaut werden, nicht aber in der Türkei. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt.

Merkel unter Druck

Derweil nehmen die Spannungen wegen der Flüchtlingskrise auch in der deutschen Regierung zu. Innenminister Thomas de Maizière brüskierte mit einem Alleingang die Kanzlerin Angela Merkel und die SPD: Er will den Asylstatus syrischer Flüchtlinge einzeln prüfen und den Familiennachzug beschränken. (sda) ? THEMA 21