Es muss noch einiges besser werden

Eigentlich muss das Ziel der Verantwortlichen der beiden Bergbahnen im obersten Toggenburg identisch sein: Möglichst viele Wanderer, Ausflügler und Wintersportler in das oberste Toggenburg zu locken und mit ihnen Einnahmen zu generieren. Darin sind sie sich auch einig.

Thomas Schwizer
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Eigentlich muss das Ziel der Verantwortlichen der beiden Bergbahnen im obersten Toggenburg identisch sein: Möglichst viele Wanderer, Ausflügler und Wintersportler in das oberste Toggenburg zu locken und mit ihnen Einnahmen zu generieren. Darin sind sie sich auch einig.

Lange investierte vor allem die Bergbahnen Wildhaus AG in die Beschneiung und die Gastronomie, nun machte die Toggenburg Bergbahnen AG einen grossen finanziellen Lupf. Mit den mutigen Projekten des neuen Gipfelrestaurants auf dem Chäserrugg und der neuen Gondelbahn Espel–Chäserrugg haben sie neue Glanz- und Anziehungspunkte in diesem feinen Tourismusgebiet geschaffen. Und mit einer neuen Talstation der Standseilbahn in Unterwasser ist schon das nächste Aufwertungsprojekt in der Pipeline. Auch die Bergbahnen Wildhaus AG plant mit ihrem Projekt Wildhaus 2.0 für die Zukunft. So weit, so gut.

Doch wer investiert und dafür Fremdkapital verwendet, muss mehr Einnahmen generieren – und dies in einem hart umkämpften Marktumfeld, in dem neben Attraktivität und Schneesicherheit auch der Preis ein Wettbewerbsfaktor ist. Hier liegt die Crux: Die Investitionen müssen a) bezahlt, b) verzinst und c) amortisiert werden. Deshalb streiten die beiden Nachbarbahnen seit bald einem Jahr intensiv um die Einnahmen aus dem Ticketverbund im gemeinsamen Ski- und Wandergebiet.

Positiv ist, dass sie sich in allerhöchster Not doch noch einigten. Das ist für die ganze Region enorm wichtig. Für sie ist der Tourismus, und damit vor allem die Bahnen, ein unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor. Denn der Missklang, der durch den Tarifstreit weit über die Klangwelt Toggenburg hinaus ertönte, schadet dem Image.

Die aufgerüsteten und attraktiveren Bahn- und Gastro-Anlagen bieten zweifellos eine echte Chance. Besser packen kann man diese mit einer noch vertiefteren Kooperation der beiden Bahnen, auch wenn sie unterschiedliche Strategien verfolgen. Wichtig sind aber auch eine offenere Kommunikation unter den Bahnverantwortlichen – im Tarifstreit brauchte es einen Mediator beziehungsweise Moderator – und mehr gegenseitiges Vertrauen. Auch nach aussen tut eine offenere Kommunikation not – hier mangelt es auf Seiten der Toggenburg Bergbahnen AG. Sie könnte damit in der Region und auch ausserhalb viel Goodwill schaffen.

thomas.schwizer@wundo.ch