Es geht um Leben und Tod – aber viele warten zu lange

GRABS. Wenn ein Schlaganfallpatient in das Spital Grabs eingeliefert wird, verstreichen in der Regel 30 Minuten, bis Gerinnsel auflösende Medikamente gegeben werden können. Das ist nur halb so viel Zeit, wie die Schweizerische Hirnschlaggesellschaft für eine Zertifizierung vorschreibt.

Alexandra Gächter
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Dr. Philipp Rohner, Leitender Arzt und Chefarzt-Stellvertreter, Sarah Näf, Pflegefachfrau, und Sebastian Fiedler, Assistenzarzt, begutachten auf einem Bild eine Hirnblutung. Dank optimaler Abläufe und der Zusammenlegung der Räume verstreicht zwischen der Diagnose und der Therapie nicht viel wertvolle Zeit. Viele Patienten rufen aber erst spät die Rettung. (Bild: Alexandra Gächter)

Dr. Philipp Rohner, Leitender Arzt und Chefarzt-Stellvertreter, Sarah Näf, Pflegefachfrau, und Sebastian Fiedler, Assistenzarzt, begutachten auf einem Bild eine Hirnblutung. Dank optimaler Abläufe und der Zusammenlegung der Räume verstreicht zwischen der Diagnose und der Therapie nicht viel wertvolle Zeit. Viele Patienten rufen aber erst spät die Rettung. (Bild: Alexandra Gächter)

GRABS. Wenn ein Schlaganfallpatient in das Spital Grabs eingeliefert wird, verstreichen in der Regel 30 Minuten, bis Gerinnsel auflösende Medikamente gegeben werden können. Das ist nur halb so viel Zeit, wie die Schweizerische Hirnschlaggesellschaft für eine Zertifizierung vorschreibt.

Durch die im Jahr 2011 eröffnete und im 2013 zertifizierte Schlaganfallstation des Spitals Grabs müssen Patienten aus der Region Sarganserland, Werdenberg, Liechtenstein und Toggenburg nicht mehr in das entferntere Kantonsspital St. Gallen fahren, wodurch wertvolle Zeit gewonnen werden kann. «Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute», sagt Prof. Dr. Christian Berger, Ärztlicher Leiter der Schlaganfallstation.

Patienten warten viel zu lange

Doch was nützt ein nahe gelegenes Spital, eine zertifizierte Station und ein eingespieltes und aufopferndes Team, das «rennt und alles andere still stehen lässt», wenn der Patient zu spät die Rettung ruft? «Selbstverständlich können wir auch dann noch helfen, wenn der Patient spät kommt», sagt Prof. Dr. Berger. Die optimalste Hilfe komme ihm aber dann zuteil, wenn der Patient neben gewissen anderen Bedingungen innerhalb von 41/2 Stunden behandelt werden kann. Leider würden Schlaganfallpatienten oft zu spät reagieren. Viele von ihnen kommen sogar erst am nächsten Tag, hiess es an der gestrigen Medieninformation des Spitals Grabs.

«Die Menschen sind zu geduldig mit sich», so Berger. Man öffne zuerst das Fenster oder gehe an die frische Luft, wenn es einem übel werde und rede sich bei einem Kribbeln ein, dass der Arm eingeschlafen ist. Manchmal müsse ein Patient aber auch warten, bis jemand anders ihn findet, weil er nicht mehr sprechen kann.

Die häufigsten Anzeichen

Im Gegensatz zu einem Herzinfarkt verursacht ein Schlaganfall praktisch nie Schmerzen. Der Laie kann ihn aber trotzdem erkennen. Es gibt drei Hauptmerkmale, welche darauf hindeuten: Eine plötzliche Sprachstörung, ein schiefer Mund und ein lahmer Arm. Bei diesen Anzeichen muss umgehend die Rettungsnummer 144 gewählt werden, hiess es weiter an der gestrigen Medieninformation des Spitals Grabs.