Erste Analyse nach zwei Jahren Kesb-Aufbau

ST. GALLEN. Regierungsrat Martin Klöti, Vorsteher des Departementes des Innern, hat die Verantwortlichen der Trägerschaften der neun St. Galler Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) zu einem Treffen eingeladen.

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ST. GALLEN. Regierungsrat Martin Klöti, Vorsteher des Departementes des Innern, hat die Verantwortlichen der Trägerschaften der neun St. Galler Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) zu einem Treffen eingeladen. Dabei bekräftigen die Verantwortlichen die Absicht, überregional zusammenzuarbeiten, um die Wirkung der neuen Organisation zu prüfen.

Aufsicht über die Kesb

Im Rahmen der administrativen Aufsicht prüft das dafür zuständige Amt für Soziales, wie die Kesb generell ihre Tätigkeit organisieren und ausüben. Nicht geprüft werden Entscheidungen im Einzelfall. Dafür gibt es einen gerichtlichen Beschwerdeweg. Beschäftigt haben in der ersten Aufbauphase zahlreiche Zusammenarbeitsfragen oder auch Verständigungsprobleme. Die Aufsicht habe aber festgestellt, dass die Kesb ihre Verfahren korrekt durchführen. Die Trägerschaften bestätigen, dass sie Massnahmen getroffen haben, damit auch die Arbeitsmenge bewältigt werden kann und die Fristen für die Abklärungen verkürzt werden können. Bis Ende des Jahres 2015 müssen alle Erwachsenenschutzmassnahmen in neue massgeschneiderte Massnahmen umgewandelt sein. Die Trägerschaften sind zuversichtlich, dass dies gelingt, heisst es weiter in einer Medienmitteilung des Kantons.

Plazierungen gehen zurück

Neben der Aufsicht über die Kesb hat der Kanton weitere Aufgaben mit Bezug zum Kindes- und Erwachsenenschutz. Plazierungen erfolgen zum Beispiel in Kinder- und Jugendheime oder in Pflegefamilien, die durch das Amt für Soziales bewilligt und beaufsichtigt werden. Der Kanton beteiligt sich zudem an der Finanzierung der Aufenthalte.

Im ersten Betriebsjahr der Kesb konnte ein Rückgang der Plazierungen festgestellt werden. Es erfolgten 75 Neueintritte in ein Heim, während es im Schnitt der Vorjahre 84 waren. Es kam aber auch zu weniger Austritten. Ende Jahr lebten dennoch weniger Kinder und Jugendliche in einem Kinder- und Jugendheim. Im Pflegefamilienbereich konnte festgestellt werden, dass die Kesb familiennahe und günstige Lösungen prüfen. Plazierungen werden zudem vermehrt einvernehmlich mit den Eltern geplant. Der Vorwurf, die Kesb würden zu häufig in teuren Heimen plazieren, findet mit Blick auf die kantonalen Daten keine Bestätigung. Klar ist aber auch, dass es nach so kurzer Zeit noch zu früh ist, um gefestigte Aussagen zu machen.

Wirkung gemeinsam prüfen

Der Kantonsrat hat die Regierung beauftragt, die Wirkung der Neuorganisation des Kindes- und Erwachsenenschutzes zu prüfen. Regierungsrat Martin Klöti betonte, dass dazu aufgrund der gewählten dezentralen Lösung die Mitwirkung der Trägerschaften notwendig ist. Zudem muss den Kesb auch die Chance gegeben werden, nach der ersten intensiven Phase Verbesserungen zu erwirken. (pd)

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