Erpresser vergiftet Babynahrung in Supermärkten

Drucken
Teilen

Friedrichshafen Mit der Vergiftung von Lebensmitteln will ein Unbekannter von deutschen Supermärkten und Drogerien eine Millionensumme erpressen. Die Polizei fand nach einem Hinweis des Täters fünf vergiftete Gläschen Babynahrung in Friedrichshafen am Bodensee. Diese Produkte wurden beschlagnahmt. Sie gehe zwar davon aus, alle betroffenen Gläser entdeckt zu haben, teilte die Polizei in Konstanz gestern Nachmittag mit. Die Drohung umfasse aber nicht nur Babynahrung. Der Erpresser habe gedroht, 20 verschiedene Lebensmittel zu vergiften, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt. Um den Fall zu klären, wurde die Sonderkommission «Apfel» gegründet. Eine internationale Fahndung nach dem Erpresser läuft.

Millionenbetrag verlangt

Der oder die Erpresser forderten den Ermittlern zufolge von Lebensmittelunternehmen und Drogerieketten in einer E-Mail einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag. Sie drohen damit, ansonsten vergiftete Lebensmittel in den Handel zu bringen. Um welche Unternehmen es sich handelte, erwähnten sie nicht. Auf die fünf Gläser mit vergifteter Babynahrung hatten sie in diesem Erpresserschreiben hingewiesen. Zudem drohten der oder die Täter, deutschland- oder auch europaweit vergiftete Produkte in den Handel zu bringen. «Wir nehmen den Täter ernst», sagte der Polizeivizepräsident.

Die Behörden veröffentlichten ein Foto eines dringend Tatverdächtigen. Es handle sich um einen etwa 50 Jahre alten Mann mittlerer Grösse mit schlanker, sportlicher Statur. (sda)