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Entwöhnung in verschiedenen Tempi

Der Verein Fosumos lud vergangene Woche Ärzte und Suchtfachleute zum Thema «Wenn Alkohol zum Problem wird» ein. Dabei wurden therapeutische Ansätze und Angebote in der Region und der Ostschweiz diskutiert.
Heidy Beyeler

SARGANS. Fünf Sprecher stellten in jeweils zehnminütigen Referaten ihre Arbeit in Prävention und Therapie von Patienten mit Alkoholproblemen vor. Das straffe Programm des Vereins Fosumos (Forum Suchtmittel Ostschweiz) zeigte positive Wirkung des Zuhörens. Damian Caluori, Stellenleiter Soziale Dienste Sarganserland, stieg in seiner Begrüssung mit konkreten Zahlen in die Veranstaltung ein: 15 Prozent der Schweizer Bevölkerung leben alkoholabstinent, 60 Prozent sind sogenannte Normaltrinker 20 Prozent sind Risikotrinker, und fünf Prozent sind alkoholabhängig. Aufgrund dieser Zahlen wies Caluori darauf hin, dass eine optimale Zusammenarbeit bei der Beratung, Behandlung und Betreuung von Menschen mit Alkoholproblemen vorausgesetzt werden muss, damit der Patient den Schritt aus der Abhängigkeit tun kann. Hier gelte für einmal «Reden ist Gold und nicht Schweigen». Egal, in welchem Bereich man arbeitet – im medizinischen Bereich als Arzt oder im Sozialbereich in der Beratung.

Diverse Wege zur Entwöhnung

Danach zeigten die fünf Referenten unterschiedliche Wege auf – vom Entzug bis zur Therapie –, welche Menschen mit Alkoholproblemen beschreiten können, um ein möglichst suchtfreies Leben zu finden.

Achim Müller, Oberarzt Klinik St. Pirminsberg, Pfäfers, ist zuständig für die Entzugs- und Motivationsstation sowie für die Entwöhnungsstation. Auf der Entzugsabteilung wird der Patient dahin geführt, um vom Alkohol wegzukommen. Das dauert in der Regel 30 Tage. Anschliessend geht es zur Entwöhnungsstation, wo der Patient entsprechend therapiert wird, um möglichst von der Sucht wegzubleiben. Durchschnittlich bleibt ein Patient drei bis sechs Monate dort. «Manchmal kann es auch etwas kürzer sein», sagt Achim Müller.

Felix Schneider, Leiter Mühlhof, Zentrum für Suchttherapie und Rehabilitation in Tübach, stellte die stationäre Suchttherapie und Rehabilitation des vor knapp 90 Jahren gegründeten Zentrums vor. Hier erfolgt häufig ein Eintritt auf Eigeninitiative der betroffenen Person, durch Angehörige oder durch eine Fachstelle. Das Therapiekonzept erfolgt in drei Phasen: Ankommen und Ziele, therapeutische Vertiefung sowie Festigung.

Ambulanter Alkoholentzug

Die Sozialen Dienste Werdenberg (Leiter Kurt Lehmann) und Sarganserland (Leiter Damian Caluori) stehen mit ihren Mitarbeitenden hilfesuchenden Menschen mit einem Alkoholproblem und deren Angehörigen und Arbeitgebern zur Seite. Kurt Lehmann berichtete über Alltagsgeschichten mit Alkoholproblemen, die an die Sozialen Dienste herangetragen werden. Ein Mann kommt auf die Beratungsstelle, weil er vom Strassenverkehrsamt eine Auflage wegen Alkohol und/oder Cannabis am Steuer bekommen hat. Eine Frau wünschte eine Beratung, weil sie nicht mehr weiter weiss, wie sie ihr Leben mit einem alkoholabhängigen Mann gestalten kann und wie sie sich verhalten soll. Eine junge Frau konsumiert bereits seit einigen Jahren an Wochenenden regelmässig – übermässig – Alkohol. Einzigartig ist das Konzept des ambulanten Alkoholentzugs der Sozialen Dienste Sarganserland. In den letzten Jahren wurden rund 100 Alkoholentzüge durchgeführt.

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