Entscheid für Sonderschule bekräftigt

GAMS. Der Beschluss der Schulbehörden der Gemeinde Gams, einen verhaltensauffälligen Schüler in eine Sonderschule zu stecken, bleibt aufrechterhalten, obschon die Eltern den Jüngling inzwischen in einer ausserkantonalen Privatschule untergebracht haben.

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GAMS. Der Beschluss der Schulbehörden der Gemeinde Gams, einen verhaltensauffälligen Schüler in eine Sonderschule zu stecken, bleibt aufrechterhalten, obschon die Eltern den Jüngling inzwischen in einer ausserkantonalen Privatschule untergebracht haben.

Wegen Verhaltensauffälligkeiten eines heute 15jährigen Schülers beschloss die Pädagogische Kommission des Schulrats der Gemeinde Gams nach einer schulpsychologischen Begutachtung, den Jüngling nach den Sommerferien ab dem Schuljahr 2014/15 für zwei Jahre in eine Sonderschule für verhaltensauffällige Jugendliche zu versetzen.

Time-out widerrufen

Zudem ersuchte die Kommission die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Kesb, die stationäre Unterbringung des Schülers anzuordnen. Ausserdem wurde der Schüler für die Zeit bis zur entsprechenden Plazierung einer Time-out-Schule (Kleinklasse) zugewiesen. Noch am gleichen Tag widerrief die Schulratspräsidentin unter anderem den Antrag auf stationäre Unterbringung und das angeordnete Time-out. Grund: Die Mutter des Schülers hatte die Schulleitung darüber informiert, dass ihr Sohn nach den Sommerferien den Unterricht in einer Privatschule in Zug besuchen werde.

Gegen die Verfügung der Pädagogischen Kommission des Schulrats von Gams erhob der Schüler, vertreten durch seine Eltern, ohne Erfolg einen Rekurs an den Erziehungsrat des Kantons St. Gallen. Auf die gegen diesen Entscheid eingereichte Beschwerde trat das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen nicht ein.

Er bleibt auf der Privatschule

Gleich entschied nun auch das Bundesgericht. Es fehlt an einem aktuellen Interesse, um Beschwerde führen zu können, nachdem der Schüler nunmehr länger als ein Jahr die Privatschule in Zug besucht hat und – was allerdings umstritten ist – laut den Eltern eine weitere Beschulung in Gams nicht in Frage kommen kann.

Sollte eine Rückkehr an die Volksschule ins Auge gefasst werden, müsste die zuständige Schulbehörde sowieso eine neue Beurteilung der Situation vornehmen. (upi)

Urteil 2C_641/2015

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