Energetische Massnahmen im Einklang mit dem Denkmalschutz

GAMS. Der Jahresbericht 2014 der Denkmalpflege des Kantons und der Stadt St. Gallen erscheint in neuer Aufmachung. Dabei wird in einem reich bebilderten Abschnitt der Focus auf Dachlandschaften gesetzt.

Heini Schwendener
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Die Südfassade des alten Pfarrhauses vor der Renovation.

Die Südfassade des alten Pfarrhauses vor der Renovation.

GAMS. Der Jahresbericht 2014 der Denkmalpflege des Kantons und der Stadt St. Gallen erscheint in neuer Aufmachung. Dabei wird in einem reich bebilderten Abschnitt der Focus auf Dachlandschaften gesetzt. Unter den ausgewählten Renovationen, die in der Broschüre vorgestellt werden, findet sich auch das Objekt altes Pfarrhaus in Gams.

Einsichtige Bauherrschaft

Im vergangenen Jahr wurde an diesem Objekt die Fassadenrenovation abgeschlossen. Sie zeige gut auf, dass sich energetische Massnahmen, so sie denn sorgfältig gewählt und durchgeführt würden, durchaus mit einem geschützten Kulturobjekt vereinbaren liessen, heisst es in der Beschreibung der getätigten Arbeiten. «Dafür braucht es aber das Einsehen der Bauherrschaft, eine sorgfältige Planung und Detaillierung und gute handwerkliche Arbeit.»

Die Bauherrschaft des alten Pfarrhauses an prominenter Lage auf dem Michaelsberg, unmittelbar neben der Kirche, ist die katholische Kirchgemeinde. Zusammen mit dem Bauernhaus auf dem Burgareal gehört das alte Pfarrhaus zu den bedeutendsten Bauten in Gams. Das alte Pfarrhaus wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts erbaut. Es ist ein gehaltvolles Haus mit einer repräsentativen fünfgeschossigen Giebelfront mit Mansarddach. Der Schweifgiebel ist hier eine Auszeichnung für eine Baute von besonderem Stellenwert. Das ganze Haus ist mit Holzschindeln verkleidet.

Energetische Ertüchtigung

Auslöser für das Bauvorhaben war die energetische Ertüchtigung durch eine gute Dämmung von Fassade und Dach sowie eine Fassadenrestaurierung. Im Bericht der Denkmalpflege heisst es: «Um den Wert des geschützten Hauses nicht durch die energetischen Massnahmen zu schmälern, wurde die Fassade mit lediglich 6–8 cm und das Dach über den Sparren mit 10 cm Wärmedämmung isoliert. (...) Das Dach wurde neu mit einer Biberschwanz-Doppeldeckung eingedeckt. Die Schindelfassade wurde ebenfalls erneuert, wobei sehr stark auf die historischen Merkmale wie Abwürfe, verschindelte Gwettköpfe und deren sorgfältige Ausführung geachtet wurde.» Eine Grundsatzdiskussion zwischen Bauherrschaft und Denkmalpflege wurde über den Anstrich der neu geschindelten Fassade geführt. Für die Denkmalpflege wäre ein Anstrich möglich gewesen (früher war die Fassade auch gestrichen), doch die Bauherrschaft bestand darauf, sie holzsichtig natur zu belassen. Weil das Haus ganz früher wohl Zugläden gehabt hatte, wurden die Fensterläden, wo sie nicht bauzeitlich waren, weggelassen.

Verzicht auf gebundenes Buch

Nicht mehr wie bis anhin veröffentlicht die kantonale Denkmalpflege alle fünf Jahre ein gebundenes Buch. Dieser Verzicht fiel den Verantwortlichen zwar nicht leicht, doch mit der neuen, reich illustrierten Form der Jahresberichte könne immerhin kurzfristiger und aktueller über gelungene Resultate des Denkmalschutzes informiert werden, heisst es im Jahresbericht von Amtsleiter Michael Niedermann.

Prächtig präsentiert sich das alte Pfarrhaus am Michaelsberg in Gams nach der Fassadenrenovation. (Bilder: Kantonale Denkmalpflege)

Prächtig präsentiert sich das alte Pfarrhaus am Michaelsberg in Gams nach der Fassadenrenovation. (Bilder: Kantonale Denkmalpflege)

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