Elf Kilometer Waldrand in vier Jahren aufgewertet

WARTAU. Seit 2012 realisiert die Gemeinde Wartau ein Projekt zur Aufwertung der Waldränder unterhalb von 1200 Metern. Seither wurden fast elf Kilometer Waldrand aufgelichtet, heisst es in einer Medienmitteilung. Natur und Landwirtschaft profitieren von den Massnahmen.

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Eine Bucht wurde in die Baumschicht geschlagen, nun profitieren davon die verschiedenen Sträucher. (Bild: Ökobüro Hugentobler AG)

Eine Bucht wurde in die Baumschicht geschlagen, nun profitieren davon die verschiedenen Sträucher. (Bild: Ökobüro Hugentobler AG)

WARTAU. Seit 2012 realisiert die Gemeinde Wartau ein Projekt zur Aufwertung der Waldränder unterhalb von 1200 Metern. Seither wurden fast elf Kilometer Waldrand aufgelichtet, heisst es in einer Medienmitteilung. Natur und Landwirtschaft profitieren von den Massnahmen.

Die Baumschicht der bearbeiteten Waldränder wurde flächig aufgelichtet oder mit Buchten durchsetzt. Angestrebt wird ein stufiger oder mosaikartiger Aufbau von Strauch- und Baumschicht auf einer Breite von 15 Metern. Ergänzend zum eigentlichen Holzschlag wurden alte Zäune beseitigt, Asthaufen angelegt, stehendes Totholz gefördert und Trockenmauern freigestellt. Mit solchen Kleinstrukturen bilden die aufgelichteten Waldränder einen wertvollen Übergangslebensraum zwischen Wald und Offenland. Sie bereichern das Landschaftsbild, reduzieren den Schattenwurf für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung und bieten Lebensraum für Nützlinge.

Beitrag an defizitäre Arbeiten

Angesichts der tiefen Holzpreise sind die nötigen Holzerei- und Räumungsarbeiten klar defizitär. Das Wartauer Projekt gewährt den Waldbesitzern deshalb einen Projektbeitrag, der rund die Hälfte der Nettokosten deckt. Die Restkosten verbleiben den Waldbesitzern. Die Trägerschaft des Projekts liegt bei der Politischen Gemeinde, erfolgt jedoch in enger Zusammenarbeit mit der Ortsgemeinde Wartau. Die Mittel des Projekts stammen von diesen beiden Körperschaften sowie aus Beiträgen der Dr.-Bertold-Suhner-Stiftung, des Fonds Landschaft Schweiz, der Karl-Mayer-Stiftung, der Stiftung Fürstlicher Kommerzienrat Guido Feger und der Waldregion 2 Werdenberg-Rheintal.

Die Holzereiarbeiten müssen in jedem Fall vorgängig vom Revierförster gezeichnet werden. Eine schriftliche Vereinbarung regelt neben dem Projektbeitrag die Holzerei und besondere Massnahmen, etwa das Anlegen von Asthaufen oder das Stehenlassen von wertvollen Eichen. Nach der Auflichtung gelten die üblichen Regeln für den Wald, also zum Beispiel keine Beweidung oder keine Lagerung von Silageballen, Schläuchen und Ähnlichem. Im vorgelagerten Grünland gelten die normalen Pufferstreifen mit Verbot von Dünger und Pflanzenschutzmitteln.

Fortsetzung für 2017 geplant

In den ersten vier Wintern haben rund 20 Privatwaldbesitzer im Projekt mitgemacht und Waldränder aufgewertet. Die übrigen aufgelichteten Abschnitte gehören der öffentlichen Hand, namentlich der Ortsgemeinde Wartau und dem Rheinunternehmen. Die Ausführung erfolgte wahlweise durch die Waldbesitzer oder durch den Forstbetrieb der Ortsgemeinde.

Das Gesamtprojekt strebt einen Bestand von 25 Kilometern wertvollem Waldrand an. Mit elf Kilometern wurde in der ersten Etappe bereits eine erhebliche Länge umgesetzt. Nun bereitet die Gemeinde eine Fortsetzung des Projekts ab dem Jahr 2017 vor, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Interessierte Waldbesitzer melden sich bereits jetzt bei den beiden Revierförstern Renate Friedl und Ernst Vetsch. (pd)