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EISHOCKEY: «Mehr Einnahmen, kaum mehr Ausgaben»

Der SC Rheintal ist auf gutem Weg, in die 1. Liga aufzusteigen: Er reiht in der Meisterschaft zurzeit einen Kantersieg an den nächsten. Warum strebt der Verein die Promotion jetzt an, nachdem er sich jahrelang in der 2. Liga heimisch gefühlt hat?
Sepp Schmitter
SCR-Sportchef Fabian von Allmen ist überzeugt: Im Rheintal besteht die Nachfrage nach attraktiverem Eishockey in der 1. Liga. (Bild: pd)

SCR-Sportchef Fabian von Allmen ist überzeugt: Im Rheintal besteht die Nachfrage nach attraktiverem Eishockey in der 1. Liga. (Bild: pd)

Sepp Schmitter

Eigentlich hat der SC Rheintal schon nach der letzten Saison mit dem Aufstieg in die 1. Liga geflirtet. Er hat darum auch sein Team so zusammengestellt, dass es den gestiegenen Anforderungen genügt hätte. Nicht mit tonnenschweren Transfers, sondern mit Spielern, die beim SC Rheintal mit Eishockey angefangen haben und nach Weiterbildungsjahren bei grösseren Klubs wieder zum Stammverein zurückgekehrt sind. Manuel Holenstein, Renato Engler (Grabs) und Sin Schläpfer sind auf diese Weise zu Schlüsselspielern geworden. Sie sind auch für die jungen Nachwuchsspieler im Team sehr wertvoll und gute Vorbilder, von denen sie viel lernen können.

Der SC Rheintal muss jedoch die aktuelle Meisterschaft in der 2. Liga bestreiten – und ist bis anhin nicht richtig gefordert worden. Die Mannschaft aus praktisch nur Rheintalern zeigt begeisterndes Hockey, doch viele Spiele entbehren jeder Spannung und sind darum für viele Zuschauer nicht attraktiv. Kurz vor Schluss der Meisterschaft steht der SC Rheintal als einziger Verein in der ganzen Schweiz noch ohne Verlustpunkt an der Tabellenspitze und hat auch im Schweizer Cup mit Siegen gegen die Erstligisten Wil und Arosa und das sogar zwei Ligen höher spielende Chur verblüfft.

Noch stehen die Playoffs aus, doch nach den überzeugenden Auftritten bestehen berechtigte Hoffnungen auf die Promotion. Dieser Schritt ruft aber auch Zweifel hervor. Die meistgestellte Frage ist: Kann die 1.Liga überhaupt finanziert werden?

Hoffnungen und Zweifel in Sachen Aufstieg

Nachdem auf diese Saison die neue MySports League eingeführt worden ist, spielt der SC Rheintal nur noch in der fünfthöchsten Liga des Landes. «Die 1. Liga ist durch den Aufstieg der besten Klubs ausgeglichener geworden – die Erfolgschancen für kleinere Vereine sind erheblich gestiegen», sagt Sportchef Fabian von Allmen. In der nächsten Spielzeit gibt es in der 1. Liga einen neuen Modus. Weil nicht al­le Regionen genügend 1.-Liga-Teams stellen, werden aus bisher drei Gruppen zwei gemacht.

Die sieben Mannschaften aus der Zentralschweiz werden in die Ost- oder Westgruppe eingeteilt. Es wird eine 13er- und eine 14er-Gruppe geben. Jede Mannschaft spielt eine Hin- und Rückrunde gegen jedes andere Team der Gruppe (total 26 oder 24 Spiele). Die ersten acht Teams spielen Playoffs, die letzten zwei gegen den Abstieg. «Der neue Spielmodus hätte zur Folge, dass die Reisekosten minim höher werden, weil wir zwei bis drei etwas weitere Reisen hätten», sagt von Allmen. Aber trotz des neuen Mo­-dus würde es bei einem Aufstieg zu vielen Derbys kommen: Der grösste Teil der Gegner kommt aus dem Thurgau, aus Herisau, Wil, Uzwil oder Graubünden. «Höher wären aber im Vergleich zur 1. Liga die Kosten für die Schiedsrichter, weil 1.-Liga-Spiele von drei Spielleitern gepfiffen werden.» Das sei aber sicher kein Nachteil: «Sechs Augen sehen mehr als vier.»

«Die Kosten müssen etwa gleich bleiben»

Es gibt zwei Punkte, die unter Umständen sehr kostenintensiv sind. Dies sind die Entschädigungen für Spieler und Staff sowie die Ausbildungseinheiten. «Wir werden hier unseren eingeschlagenen Weg weitergehen und ganz sicher nicht auf Einkaufstour gehen. Vereinzelte Abgänge werden natürlich ersetzt, aber die Kosten für die Mannschaft und das Trainerteam müssen ungefähr gleich bleiben», sagt von Allmen.

Mit den Ausbildungseinheiten sind Kosten für externe Spieler gemeint, die aus höheren Ligen (etwa der NLA, der NLB, Elite A oder Elite B) zu einem Erstligaverein wechseln. «Weil wir sehr viele eigene Spieler in unseren Reihen haben, betrifft uns dieser Punkt auch nur minim. Im Gegenteil: Wir erhalten selber eine Ausbildungsentschädigung für ehemalige Nachwuchsspieler, die in höheren Ligen spielen», sagt von Allmen.

Momentan seien die Einnahmen sogar ein bisschen höher als die Ausgaben: «Deshalb ist es wichtig, weiterhin in die Nachwuchsförderung zu investieren.»

Mehraufwand abfedern durch mehr Zuschauer

Von Allmen rechnet mit zwischen 5000 und 10 000 Franken Mehraufwand in der 1. Liga gegenüber der 2. Liga. «Diese Kosten sind mit vier Heimspielen mehr und unserem Zuschauerpotenzial zu verkraften», sagt von Allmen. Die attraktiven Cupspiele gegen oberklassige Vereine wie Chur, Arosa und Wil hätten gezeigt, dass im Rheintal eine Nachfrage für spannenden und hochste­henden Eishockeysport besteht: «Selbst mit den Zuschauerzahlen dieser Saison wären wir aktuell in der 1. Liga im Spitzenfeld», sagt der Sportchef.

Treue und grosszügige Sponsoren benötige der SCR immer, ebenso wie Zuschauer, die die Bemühungen des Vereins mit grossem Aufmarsch honorieren. «Zudem ist es wichtig, dass wir die jungen Spieler möglichst­ ­lange bei uns ausbilden können», sagt von Allmen. «Darum ist ein Aufstieg in die 1. Liga sowie die Etablierung auch längerfristig die einzig richtige Option. Die Mannschaft wird alles tun, um dieses Ziel zu erreichen», sagt von ­Allmen.

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