Einmal in der Woche gibt es Brot

In Frümsen ist die Bäckerei nur am Samstagmorgen geöffnet. Dafür stehen an diesem Tag rund 20 verschiedene frische Brotsorten zum Verkauf – von handwerklich verarbeiteten Teigen ohne künstliche Hilfsmittel.

Heidy Beyeler
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Samstag, morgens um sieben: Wenn die Brotregale und die Vitrinen gefüllt sind, nimmt sich Werner Perkmann auch mal Zeit, mit Kunden ins Gespräch zu kommen, während eine seiner Töchter bedient. (Bild: Heidy Beyeler)

Samstag, morgens um sieben: Wenn die Brotregale und die Vitrinen gefüllt sind, nimmt sich Werner Perkmann auch mal Zeit, mit Kunden ins Gespräch zu kommen, während eine seiner Töchter bedient. (Bild: Heidy Beyeler)

FRÜMSEN. Werner Perkmann ist in Sachen Brot ein Tüftler. Als gelernter Bäcker arbeitete er während Jahren in Versuchsbäckereien von Mühlen und testete dabei verschiedene Mehlmischungen für Spezialbrote. Gleichzeitig war er im Aussendienst der Mühlen tätig und hatte den Fühler für Kundenwünsche immer ausgestreckt. Als die Dorfbäckerei in Frümsen die Ladentüre schloss, sah Werner Perkmann eine Chance, «seine» Versuchsbäckerei in der mit allem Notwendigen eingerichteten Backstube zu installieren. Als der passionierte Bäcker vor fast fünf Jahren pensioniert wurde, beknieten ihn seine Stammkunden aus Frümsen und Umgebung, seine köstlichen Brote weiterhin anzubieten.

Bäcker macht weiter

Gesagt, getan. Perkmann konnte ob der vielen Wünsche nicht Nein sagen. Sein Metier hat er all die Jahre mit Engagement und Freude betrieben. So entschied er sich, als pensionierter Bäcker einmal pro Woche die Bäckerei für einen halben Tag zu öffnen. Dabei gehen ihm auch seine Töchter zur Hand, indem sie hinter dem Tresen stehen und die frischen Backwaren der treuen Kundschaft verkaufen. Am Samstag ab halb sieben Uhr kommen die Leute aus allen Himmelsrichtungen aus der näheren und weiteren Umgebung – auch aus Liechtenstein – in den einzigen Laden in Frümsen, den es noch gibt.

Das Frümsner Nussbrot

Im Angebot stehen jeweils rund 20 verschiedene Brotsorten in den Regalen sowie Butter-, Körner- und Laugengipfel, Weggli. Aber auch Birnbrot, Nuss- und Linzer Torten sowie Berliner Pfannkuchen und Nussgipfel machen es manchmal nicht leicht, die Wahl für die einzelnen Backwaren zu treffen. Für besondere Anlässe bäckt er die Süssigkeiten in grösseren Mengen auch gerne auf Bestellung.

Das Ausprobieren neuer Brote liegt dem leidenschaftlichen Bäcker im Blut. Dabei mischt er die verschiedenen Mehlsorten und «pröbelt» an den Mengenverhältnissen der Spezialmehle herum, bis sie für ihn passen. So gibt es ab und zu auch angenehme Überraschungen für die Kundschaft, weil sie in den Genuss neuer Kreationen kommen.

Als Hans Oppliger als Präsident des Vereins Nussdorf Frümsen irgendwann mit der Bitte an Werner Perkmann herantrat, ein Frümsner Nussbrot zu kreieren, machte sich der Bäcker gleich an die Arbeit. Und so gibt es nun jeden Samstag für all jene, die frühzeitig zum «Beck» gehen, auch die dorfeigene Spezialität, das Nussbrot mit Baumnüssen von den segensreichen Frümsner Nuss-Selven.

Wurzelbrot – der geistige Vater

Perkmann setzt am Freitagmittag verschiedene Teige an, damit sie – je nach Teigart – ausreichend gären können, um das gewünschte Volumen und die Säure bis Samstag in der Früh zu erlangen und sich die gewünschten Aromen für die einzelnen Brote entwickeln. Ab 24 Uhr steht der Bäcker in der Backstube, damit die Brote der ungefähr 20 Sorten und Brötchen und Gipfeli bei Ladenöffnung parat sind.

«Bei meinen früheren Arbeitgebern konnte ich an der Entwicklung von Brotmehl-Spezialitäten mitwirken, das hat mir sehr viel Freude bereitet», sagt Perkmann in seiner bescheidenen Art. «Ja», bestätigt Martina Grüninger, Mühlen Grüninger AG, Flums. «Werner Perkmann ist der geistige Vater unseres Erfolgsproduktes, das Wurzelbrotmehl». Die Mischung für dieses Spezialbrotmehl ist derart gelungen, dass die Grüninger Mühlen das original Wurzelbrot bzw. Berg-Wurzelbrot für Deutschland als Premium-Marke als geistiges Eigentum hat registrieren lassen.