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Eingleisig in die Verkehrszukunft

Mit Intamin Transportation präsentiert ein heimisches Unternehmen seine Vision für die Zukunft des öffentlichen Verkehrs in Liechtenstein. Der Firma mit Hauptsitz in Schaan schwebt eine Monorail vor, wie sie bereits erfolgreich in Städten rund um den Globus realisiert hat.
Stefan Lenherr
Intamin schlägt eine Monorail vor. Sie hat dieses System verschiedenenorts realisiert, wie hier in Moskau. (Bild: pd)

Intamin schlägt eine Monorail vor. Sie hat dieses System verschiedenenorts realisiert, wie hier in Moskau. (Bild: pd)

SCHAAN. Der Verkehrsclub Liechtenstein (VCL) hat vergangene Woche ein neues und umfassendes Konzept präsentiert, die «Regionalbahn Oberland». Ergänzend zur derzeit auf Eis gelegten S-Bahn FL.A.CH soll nach den Plänen des VCL eine Tramlinie von Schaan bis nach Sargans gebaut werden (vgl. Titelseite). Dass es oberirdische und damit günstigere Lösungen für die verkehrstechnischen Herausforderungen in Liechtenstein gibt, davon ist man bei der Firma Intamin überzeugt. Das Unternehmen mit Sitz in Schaan baut und verkauft Monorail-Systeme. Das sind eingleisige Hochbahnen, die über bestehenden Strassen gebaut werden können. «Da die Monorail-Züge auf erhöhten Schienen fahren, ist der Zugbetrieb unberührt von Staus in den Stosszeiten. Dies macht das Transportsystem attraktiv für die Nutzer», sagt Franz Zürcher, Verkaufsverantwortlicher und Geschäftsleitungsmitglied von Intamin.

Vom Rheinpark ins Städtle

In mehreren Grossstädten hat Intamin bereits erfolgreich Monorail-Systeme installiert. In Moskau etwa sowie in den chinesischen Multimillionen-Einwohner-Städten Xi'an und Shenzhen. Zuletzt hat sich die norditalienische Stadt Bologna für das Transportsystem aus der Liechtensteiner Schmiede entschieden. Der sogenannte Marconi Express soll ab 2019 den örtlichen Flughafen mit dem fünf Kilometer weit entfernten Hauptbahnhof verbinden. Ähnliches schwebt Intamin für den Liechtensteiner Hauptort vor: Eine Monorail, die vom Rheinpark Stadion bis ins Vaduzer Zentrum führt. Zürcher erklärt die Vorteile: Einerseits seien Parkplätze innerorts knapp und teuer, andererseits würden die Parkplätze beim Rheinpark Stadion unter der Woche kaum genutzt. «Mit einem Monorail-System könnte dieser Parkplatz als Park-and-ride-Lösung angeboten werden. Pendler und Touristen könnten auf einfache Art und Weise ins Zentrum gelangen.

Etappenweiser Ausbau

Etwa fünf Millionen Franken würde es kosten, das Projekt in Vaduz zu realisieren, sagt Franz Zürcher. Am stärksten schlägt hierbei der Bau der Trassee zu Buche. Den Kostenvergleich mit anderen öffentlichen Verkehrssystemen brauche die Monorail jedenfalls nicht zu fürchten. «Die entscheidende Frage bei der Planung von Verkehrssystemen ist: Was kostet der Fahrgastkilometer? Da ist Monorail definitiv die Nummer 1», so Zürcher. Das heisst, die anfängliche Investition ist deutlich höher als etwa die Anschaffung einiger Busse, langfristig lassen sich die Passagiere mit dem System aber günstiger transportieren. Deshalb soll, nach Sichtweise von Zürcher und seinen Mitstreitern, nach dem Bau einer ersten Monorail-Strecke in Vaduz das System etappenweise erweitert und so zu einem internen öffentlichen Transportsystem für Liechtenstein ausgebaut werden, mit einer Haltestation alle 500 Meter.

Hauseigene Ingenieurskunst

Neben der Lösung der aktuellen und zukünftigen verkehrstechnischen Herausforderungen spricht laut Zürcher auch für das Projekt, dass Intamin Transportation eben ein in Liechtenstein ansässiges Unternehmen ist. Das Konzept einer Monorail für Liechtenstein war bislang weitgehend unbekannt, ist dabei allerdings nicht mehr ganz so neu. Bereits im Jahr 2002 hat Intamin im Rahmen einer Machbarkeitsstudie, seine Ideen vorgestellt und seither weiterentwickelt. Grundsätzlich sei das Konzept auf Landesebene positiv aufgenommen worden. Dass die Pläne bislang nicht breit diskutiert worden sind, erklärt Zürcher auch damit, dass Intamin in der Regel kein Lobbying betreibe. «Wir sind eine eher kleine, international tätige Firma. Wir konzentrieren uns primär auf erstklassige Technologie, anstatt darauf Politik zu machen.» Zwar sei das Unternehmen startbereit, wenn sich die politischen Entscheidungsträger mit dem Thema Monorail eingehender befassen wollen, «für uns ist aber klar, dass es eine grössere Vorplanung braucht und das Vorhaben breit abgestützt werden muss. An diesem Prozess würden wir uns natürlich sehr gerne beteiligen.»

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