Einen Verein für Sternenkinder gegründet

VADUZ. Letzte Woche fand in Vaduz die Gründungsversammlung des Vereins Sternenkinder Liechtenstein statt. Ziel des Vereins ist es, Eltern, deren Kind während der Schwangerschaft stirbt, zu ermöglichen, ihr Kind in einem Gemeinschaftsgrab auf dem Vaduzer Friedhof zu bestatten.

Bianca Cortese
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VADUZ. Letzte Woche fand in Vaduz die Gründungsversammlung des Vereins Sternenkinder Liechtenstein statt. Ziel des Vereins ist es, Eltern, deren Kind während der Schwangerschaft stirbt, zu ermöglichen, ihr Kind in einem Gemeinschaftsgrab auf dem Vaduzer Friedhof zu bestatten.

Wenn Eltern in der Schwangerschaft ein Kind verlieren, ist dies ein enormer Verlust und oft werden sie mit ihrer Trauer allein gelassen. Andernorts gibt es Gedenkorte oder Grabfelder für die sogenannten Sternenkinder. In Rankweil finden beispielsweise ein bis zwei Mal pro Jahr Gedenkfeiern und Gemeinschaftsbegräbnisse für jene Kinder statt, die vor der 24. Schwangerschaftswoche gestorben sind oder weniger als 500 Gramm wiegen und kein Anrecht auf eine Bestattung haben. Diese Orte werden von betroffenen Eltern aber auch während des ganzen Jahres besucht. «Hier in Liechtenstein gibt es zwar in Triesenberg einen Gedenkort für die viel zu früh verstorbenen Kinder, Gemeinschaftsbestattungen sind dort aber nicht möglich», erklärte Hebamme Anouk Joliat im Gasthof Adler in Vaduz.

Der neugegründete Verein Sternenkinder Liechtenstein will dies nun ändern: Auf dem Friedhof in Vaduz, in der Nähe der Kindergräber, wird bis zum Sommer ein Gedenkort mit Gemeinschaftsgrab umgesetzt, wodurch trauernde Eltern einen Ort erhalten, an dem sie ihr Sternenkind bestatten lassen und es jederzeit besuchen können. «Die Gestaltung und die verwendeten Symbole sollen für Eltern aller Weltanschauungen zugänglich sein», erklärte Christoph Jochum, Vizepräsident des Vereins. «Mit den meisten umliegenden Spitälern und Pathologien haben wir bereits Kontakt aufgenommen und konnten vorab schon einiges abklären», erklärte Anouk Joliat. Die Bestattungen werden jeweils halbjährlich, voraussichtlich im April und November, stattfinden.

Abschliessend freute sich Anouk Joliat, noch zu erwähnen, dass die Errichtung des Gemeinschaftsgrabes auch Unterstützung durch die Liechtensteiner Erbprinzessin Sophie findet: «Sie hat es als persönliche Herzensangelegenheit bezeichnet und uns einen namhaften Betrag für die Gestaltung des Gedenkortes zugesichert», verriet sie. Die Einweihung der Gedenkstätte ist im Frühjahr, die erste Bestattung im August geplant.

Kontakt für Interessierte: ig-sternenkinder@dsl.li

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