Eine Woche, drei Bluttaten – «Schreckenstage für Bayern»

BAYERN. Der Messerangriff in einem Regionalzug bei Würzburg, der Amoklauf bei einem Münchner Einkaufszentrum, und der mutmassliche Selbstmordanschlag Anschlag bei einem Konzert in Ansbach. Drei Bluttaten in Bayern.

Walter Brehm
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BAYERN. Der Messerangriff in einem Regionalzug bei Würzburg, der Amoklauf bei einem Münchner Einkaufszentrum, und der mutmassliche Selbstmordanschlag Anschlag bei einem Konzert in Ansbach. Drei Bluttaten in Bayern.

Beides möglich

Zweimal hat die IS-Nachrichtenagentur Amak die Taten für die Terrororganisation reklamiert. Im Nachhinein oder weil sie zuvor vom Täter informiert worden war? Das gehört zu den noch ungeklärten Fragen. Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière wollte gestern für Ansbach weder einen jihadistischen Hintergrund noch eine geistige Verwirrung des Täters ausschliessen. Möglich sei auch, dass beides zutreffe.

Dem IS ist jeder Terror recht

Den sogenannten Islamischen Staat kümmern die Motive der Täter nicht wirklich, solange er glaubt, deren Taten für seine Propaganda nutzen zu können. Der Täter der sich am späten Sonntagabend in Ansbach in die Luft gesprengt hat, verletzte dabei 15 Menschen, vier von ihnen schwer. In Lebensgefahr schwebe aber niemand, melden die Behörden.

Abgelehnter Asylbewerber

Wachsende Verunsicherung in der Bevölkerung und der Politik verhindert dies nicht. Bei der Durchsuchung der Asylunterkunft, in welcher der Täter gelebt hatte, sei eine Fülle weiterer Materialien gefunden worden, die zum Bau weiterer Bomben geeignet gewesen wären, hiess es in Ansbach. Der Täter war als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, weil er bereits in andern EU-Staaten um Asyl ersucht hatte.

«Bayern erlebt Schreckenstage», erklärte Ministerpräsident Horst Seehofer gestern. «Aber in jedem Fall gilt: Der Rechtsstaat wird nicht weichen», fügte Seehofer hinzu.

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