Eine «schwarze Null» erreicht

Das Liechtensteinische Landesspital konnte 2014 bei einem Ertrag von rund 34 Millionen Franken einen Gewinn von 154 000 Franken erwirtschaften. Im laufenden Jahr soll die Chirurgie aufgebaut werden.

Günther Fritz
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VADUZ. Der Stiftungsrat des Landesspitals habe gleich zu Beginn des vergangenen Jahres zwei strategisch wichtige Entscheide getroffen, blickt Stiftungsratspräsident Michael Ritter im Geschäftsbericht zurück. Zum einen sei dies die Einstellung der Geburtshilfe gewesen, die auf Antrag des Stiftungsrates von der Regierung im Januar beschlossen wurde, zum anderen der wegweisende Entscheid für den vertikalen Kooperationspartner, das Kantonsspital Graubünden.

Schliessung der Gebärabteilung

Beide Entscheide hätten eines gemeinsam: «Sie waren richtig und sie waren drängend.» Die Einstellung der Geburtshilfe sei kein leichter Entscheid, aber doch ein notwendiger gewesen. Hingegen sei die Wahl des Kooperationspartners leicht gefallen. Dazu Stiftungsratspräsident Michael Ritter: «Das Kantonsspital Graubünden hat sich als zuverlässiger Partner erwiesen, mit dem wir auf Augenhöhe eine Zusammenarbeit pflegen, von der unsere Patientinnen und Patienten enorm profitieren.» Selbstverständlich arbeite das Landesspital auch mit anderen Spitälern der Region gut zusammen. Zudem betont Michael Ritter, dass die freie Spitalwahl unangetastet bleibe.

Innere Medizin ausgebaut

Der Wegfall der Geburtshilfe habe auch einen Rückgang von Fällen bedeutet. «Aufgefangen werden konnte dies durch den Ausbau der Inneren Medizin dank der ausserordentlichen Leistungen unseres Chefarztes, Dr. Fritz Horber», freut sich Michael Ritter. Dass der OP für vier Wochen für den Umbau geschlossen werden musste, habe ein umsichtiges, professionelles Management der Spitalleitung verlangt, um auch hier keine negativen Auswirkungen auf das Ergebnis des Spitals zuzulassen.

Und schliesslich sei die Belastung der haltlosen Vorwürfe gegen den Chefarzt eine Probe für das gesamte Team gewesen, «auch wenn wir durch unsere umgehende Untersuchung früh wussten, dass die Vorwürfe ungerechtfertigt waren». Trotz dieser besonderen Ereignisse sei es zu keinem markanten Rückgang der Patientenzahlen gekommen.

Personell auf gutem Wege

Personell sei das Landesspital auf gutem Wege, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, aber noch nicht am Ziel. Nach Auskunft von Spitaldirektor Daniel Derungs hat das Landesspital zahlreiche Massnahmen zur Rekrutierung weiterer Fachkräfte im Jahr 2014 ergriffen und das Prozedere professionalisiert. So konnten die Ärztestellen inzwischen voll besetzt werden.

Wie Spitaldirektor Daniel Derungs im Geschäftsbericht weiter ausführt, sei das Berichtsjahr das Jahr grosser räumlicher und infrastruktureller Veränderungen gewesen: «Der Neubau des Notfalls wurde im Sommer in kürzester Zeit in einer spektakulären Aktion aufgestellt. Mit dem neuen Notfall haben wir bestehende Engpässe überwunden, Innovation und Modernität ins Haus gebracht und vor allem attraktive Arbeitsplätze geschaffen.» Gleichzeitig habe das Landesspital die Zentralsterilisation erneuert und den OP saniert und umgebaut. «Und nicht zuletzt investierten wir eine nicht unerhebliche Summe in die medizintechnische Ausrüstung», so Derungs.

Projekt Chirurgie

Mit der Einführung des DRG-Systems (Abrechnung über Fallpauschalen) im Jahr 2013 konnte das Landesspital wichtige Weichen für die weitere Entlastung des Staatshaushaltes stellen. So wird künftig eine Investitionspauschale rückbehalten und unternehmerisch wirksam in das Spital investiert. Damit wird der Staat grundsätzlich keine Investitionskosten mehr übernehmen müssen. Die Gesetzesanpassung soll 2015 folgen.

Auch im 2015 stehen laut Geschäftsbericht 2014 wieder grosse Aufgaben für die Akteure am Landesspital an. So ist eines der wichtigsten strategischen Projekte der Aufbau der Chirurgie. Der Stiftungsrat hat im Sommer 2014 dieses Projekt beschlossen und die Stelle eines Chefarztes Chirurgie bewilligt.