Eine moderne «Schnitzeljagd»

Geocaching ist ein Spass für Familien und Abenteurer – weltweit. Im Werdenberg und Obertoggenburg warten rund 100 Verstecke darauf, entdeckt zu werden. Mit GPS-Empfänger und Koordinaten aus dem Internet beginnt die Jagd.

Hanspeter Thurnherr
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Zwei Knaben mit GPS-Empfänger und Karte auf der Suche nach dem nächsten Cache. (Bild: Donato Caspari)

Zwei Knaben mit GPS-Empfänger und Karte auf der Suche nach dem nächsten Cache. (Bild: Donato Caspari)

REGION. «Wandern in freier Natur wird verbunden mit Entdecken, Rätseln, Erleben und Kennenlernen von neuen Plätzen, eine Art neues Wandern.» So lässt sich die moderne «Schnitzeljagd» beschreiben. Mit Hilfe von GPS-Empfängern orten die modernen Schnitzeljäger (Geocacher) verborgene «Schätze» in Form von Behältern, die zuvor von Gleichgesinnten versteckt wurden.

Viele Caches auch in der Region

Gemäss der Internetseite www.geocache.ch gibt es aktuell allein in der Schweiz rund 25 000 Verstecke, Caches genannt. Weltweit sollen es mehr als sechs Millionen sein – von Alaska bis zum Südpol in 222 Ländern. Aber keine Angst. Niemand muss so weit reisen, um dem Spass zu frönen. Denn allein im Werdenberg und Obertoggenburg sind es rund 100 Caches (mit Liechtenstein sogar über 200), welche auf der Karte von www. swissgeocache.ch (eine andere Seite zu diesem Thema) zu finden sind. Sie verteilen sich vom Rhein bis hinauf zur Gauschla, dem Gamsberg oder am Fulfirst. Sie sind in Wäldern oder mitten in Dörfern versteckt, oder auch mal schweisstreibend am Zwinglipass, auf dem Schafberg oder beim Lisengrat. Wer sich grenzüberschreitend oder gar weltumspannend an der Suche beteiligen will, findet nützliche Informationen auf www.geocaching.com (die gewünschte Sprache anwählen).

Im Internet verfolgbare Reise

Die einzelnen Caches sind auf der Karte mit einem Namen versehen. Zum Beispiel heissen sie im Obertoggenburg «Simi's Schanze» oder «Simi's Spielplatz», eine Anspielung auf den Doppel-Doppelolympiasieger? Sie enthalten die geographischen Koordinaten sowie Datum und Name (häufig sind es Nick- oder Phantasienamen) des Eigentümers.

Wer nun das Versteck findet, trägt sich ins vorhandene Logbuch ein und tauscht das darin befindliche Tauschobjekt gegen ein eigenes von mindestens gleichem Wert. Die Erlebnisse und Erfahrungen werden auf der Internetseite «geloggt». Dort kann man auch verfolgen, welchen Weg gewisse «Spielsteine», die mit bestimmten Codes oder ID-Nummern identifizierbar sind, von Cache zu Cache nehmen – teilweise Tausende von Kilometern über Kontinente und Meere hinweg.

Zahlreiche Spielvarianten

Wer Geocacher werden will, setzt sich am besten zuerst an den Computer und macht sich schlau. Denn es gibt unterschiedliche Grössen und Typen von Caches, die für eine jeweils andere Variante des Spiels stehen. Und auch bezüglich Schwierigkeitsgrad beim Finden oder vom Gelände her gibt es grosse Unterschiede. Je nach Cache sind die Koordinaten zudem nicht einmal der Ort des eigentlichen Verstecks, sondern nur eine Zwischenstation eines «Suchrätsels».

Das Spannende am Geocaching: Wer einmal eine gewisse Erfahrung im Suchen hat, kann selber neue Verstecke anlegen und ins Netz eingeben. Richtige Geocacher halten sich dabei an Regeln (zum Beispiel nicht ohne Erlaubnis auf fremde Privatgrundstücke) und nehmen Rücksicht auf die Um- und Tierwelt.

www.geocache.ch www.swissgeocache.ch www.geocaching.com

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