Eine Mehrheit ist fürs Klanghaus

Am Montag startet die Novembersession im Kantonsrat St. Gallen. Traktandiert ist mit der Bauvorlage für das Klanghaus auch ein für das Toggenburg wichtiges Geschäft. Die Toggenburger Kantonsräte sagen ein Ja voraus.

Katharina Rutz
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Die Toggenburger Kantonsräte hoffen auf ein Ja für die Klanghaus-Vorlage im Kantonsrat. (Bild: Visualisierung: nightnurse images)

Die Toggenburger Kantonsräte hoffen auf ein Ja für die Klanghaus-Vorlage im Kantonsrat. (Bild: Visualisierung: nightnurse images)

UNTERWASSER. Die Diskussion um die Vorlage des Klanghauses Toggenburg sei engagiert geführt worden, sagt Daniel Gut, Präsident der vorberatenden Kommission. Diese beantragt dem Kantonsrat einen Kredit von 19 Millionen Franken für die Klangwerkstatt gutzuheissen (der W&O berichtete am 18. November). Zu Diskussionen Anlass gaben in der Kommission insbesondere die Erschliessung des Klanghauses sowie die Höhe der Investitions- und der Betriebskosten, heisst es in der Medienmitteilung der vorberatenden Kommission. Verschiedene Kommissionsmitglieder würden eine Erhöhung der vorgesehenen finanziellen Beteiligung der Standortgemeinde fordern. Ein Zeichen der Standortgemeinde, der Region und der Toggenburgerinnen und Toggenburger für das Klanghaus wird von allen Seiten gefordert. Auch von einigen Mitgliedern der vorberatenden Kommission. «Ein entsprechender Antrag wurde jedoch abgelehnt, weil dieser Entscheid nur die Bevölkerung der Standortgemeinde treffen könnte und die Kommission die Kompetenz dazu nicht hat. Zudem leistet Wildhaus-Alt St. Johann im Vergleich mit anderen Gemeinden im Kanton St. Gallen bereits heute einen ausserordentlich hohen Beitrag im Bereich Kultur und Tourismus», sagt dazu Pius Bürge, CVP-Kommissionsmitglied.

Bei der Erschliessung gingen die Ansichten innerhalb der Kommission wohl weit auseinander. «Die Meinungen reichten von <vollständig mit Parkplätzen erschliessen für eine grössere Anzahl Privatautos> bis zum vorliegenden Konzept mit sehr wenigen Parkplätzen», sagt Daniel Gut auf Nachfrage des Werdenberger & Obertoggenburgers. Für Christoph Thurnherr, SP-Kantonsrat aus Wattwil, ist die vorgeschlagene Lösung mit Shuttlebussen gut umsetzbar. Mirco Gerig stellt gar den Standort in Frage. Er hätte sich einen zentraleren, verkehrstechnisch günstiger gelegenen Ort für das Klanghaus gewünscht. «Ein zentraleres und kleineres Projekt wäre voraussichtlich mehrheitsfähiger gewesen.»

Zankapfel Betriebskosten

Auch die Höhe der Baukosten allgemein sowie insbesondere die danach folgenden jährlichen Betriebskosten waren Anlass für Diskussionen in der vorberatenden Kommission. «Es gibt bei jedem Projekt die Meinung, das gleiche könnte auch günstiger gebaut werden», relativiert Daniel Gut. Diese Diskussion sei nicht aussergewöhnlich. Bei den Betriebskosten gab es handfestere Kritikpunkte. Die FDP-Kantonsrätin Imelda Stadler aus Lütisburg beispielsweise sagt dazu: «Die jährlichen Betriebskosten gaben schon im Vorfeld der Beratungen zu Diskussionen Anlass. So kann ich mir eine Beschränkung auf einen maximalen Beitrag pro Jahr und eine zeitliche Begrenzung der jährlichen Betriebsbeiträge vorstellen.» Die Regierung rechnet mit einem jährlichen Betriebsdefizit von 325 000 Franken. Dies ist vor allem auch ein Dorn im Auge von Mirco Gerig. «Ich bin grundsätzlich dagegen, dass der Kanton solche Projekte mit Betriebsdefiziten finanziert. Der Betrag ist im Moment zu hoch, darüber werden wir im Rat diskutieren müssen». Seine Sorge ist, dass für die Klangwelt die finanzielle Belastung durch das Klanghaus zu gross werden könnte.

Ein Lob für ihren Businessplan, der «bewusst auf den Verkauf von Kaffee und Gipfeli» verzichte, erhält die Klangwelt Toggenburg vom SP-Kantonsrat Christoph Thurnherr. Er zeigt sich begeistert vom Klanghaus, das dereinst über die Region hinaus strahlen werde. «Das Projekt ist unbestritten ein grosser Wurf, das Baudepartement hat aber solide Arbeit geleistet.»

CVP-Kantonsrat Pius Bürge vertraut ebenfalls auf die Betreiber der Klangwelt: «Die Klangwelt hat Erfahrungswerte und ich bin der Meinung, die Kommissionsmitglieder konnten aufgrund fundierter, solider Unterlagen und Auskünfte ihre Meinung bilden.»

Klar zum Projekt bekennt sich auch der Nesslauer Gemeindepräsident und FDP-Kantonsrat Kilian Looser: «Ich unterstütze die Vorlage. Die Klangwelt hat über die letzten 12 Jahre auf dem Thema Klang eine solide Basis für das Klanghaus geschaffen. Das Klanghaus generiert nicht nur für sich selbst Werte, sondern schafft auch die Voraussetzungen, dass sich die Wertschöpfung der gesamten Region verbessert.»

Tendenziell Ja

Einig sind sich die befragten Kantonsräte, dass die Vorlage wohl angenommen wird. Mirco Gerig sagt jedoch eine längere Detaildiskussion voraus. Imelda Stadler schätzt eine Zweidrittelmehrheit für das Klanghaus. Und Kommissionspräsident Daniel Gut sagt: «Ich bin Optimist und hoffe auf eine Genehmigung des Kredits durch den Kantonsrat, so dass das Volk abschliessend entscheiden kann.»