«Eine Lösung zeichnet sich ab»

Seit 2013 gelten zwischen Trübbach und Sargans zwei unterschiedliche Tarife, je nach dem, ob der Fahrgast mit Bus Sarganserland-Werdenberg oder mit Liechtenstein-Bus fährt. Dies könnte sich schon im Dezember ändern.

Hanspeter Thurnherr
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REGION. Während Bus Ostschweiz und Liechtenstein-Bus auf kommenden Dezember zwischen Grabs und Triesen eine gemeinsame Lösung für direkte Verbindungen gefunden haben (siehe Frontseite), harrt das Tarifproblem zwischen Sargans und Trübbach einer Lösung.

Staatshilfe gegen Markt

Seit 2013 fahren zwischen Sargans und Trübbach nicht nur die Busse der Linie 400 (Buchs–Sargans) von Bus Sarganserland-Werdenberg (BSW), sondern auch Busse der Linie 11 (Feldkirch/Schaan–Sargans via Balzers) von Liechtenstein-Bus – in der Regel im Halbstundentakt vier Minuten vor jenen von BSW. In der umgekehrten Richtung differieren die Abfahrtszeiten um acht Minuten.

Was im Vorfeld für Aufregung bei BSW und beim Tarifverbund Ostwind sorgte, waren die günstigeren Tarife auf den Liechtensteiner Bussen – vergünstigt durch staatliche Finanzhilfe. Es bestehe die Gefahr, dass durch die unterschiedlichen Tarife den Schweizer Busbetreibern das Image «teuer zu sein» angehängt werde – und die Passagiere in die Liechtensteiner Busse abwandern. Bei BSW befürchtete man im weiteren namhafte Einnahmenausfälle und zusätzlichen Marketing-Aufwand.

Walter Müller interveniert

Der Azmooser FDP-Nationalrat Walter Müller informierte damals das Bundesamt für Verkehr (BAV), welches die Sachlage als «unbefriedigend» einstufte. Spätestens im Rahmen der Konzessionserneuerung für Liechtenstein-Bus werde die Sache geregelt, versprach das BAV. Diese Erneuerung steht nun auf den 13. Dezember dieses Jahres an.

Walter Müller möchte, dass die Kunden auf der Linie Trübbach–Sargans ein «optimales Angebot» erhalten. Konkret sollen die Passagiere mit dem gleichen Billett – und damit zum gleichen Tarif – die Liechtensteiner oder die BSW-Busse benützen können. «Es darf nicht sein, dass der eine Busbetreiber staatlich subventioniert wird, während der andere auf dem freien Markt bestehen muss – oder dass die öffentliche Hand in der Schweiz Mittel einschiessen muss, um die Spiesse gleich lang zu machen», redet Müller Klartext. Hans Koller, Leiter Markt bei der BSW-Muttergesellschaft Bus Ostschweiz, sagt heute: «In der Realität hat sich gezeigt, dass es nicht so schlimm kam, wie wir es ursprünglich befürchteten.»

«Historische Geschichte»

Trotzdem bleibt die Sache für Bus Ostschweiz, Ostwind und die Kundschaft ärgerlich. «Das ist eine historische Geschichte, welche uns das Bundesamt für Verkehr mit der Konzessionserteilung für Liechtenstein-Bus eingebrockt hat», sagt Werner Thurnheer, Geschäftsführer des Tarifverbundes Ostschweiz. Doch weil Ostwind nicht in die laufenden Verhandlungen zur Konzessionserneuerung zwischen BAV und Liechtenstein eingebunden ist, hat er keine Informationen, ob dabei das Tarifproblem Trübbach–Sargans angegangen wird.

«Entscheide müssen bald fallen»

Neueste Informationen aus Bern deuten nun an, dass sich auf Dezember eine «Entschärfung der Konkurrenzsituation und eine Milderung der Tarifproblematik» abzeichnet. Dies bestätigt auf Anfrage auch Jürgen Frick, stellvertretender Geschäftsführer von LIE-Mobil, der Dachgesellschaft von Liechtenstein-Bus. «Eine Lösung zeichnet sich ab, sie ist aber noch nicht spruchreif.» Deshalb könne er noch keine endgültigen Aussagen machen. Allerdings müssten die Entscheide bald fallen, um noch rechtzeitig auf Beginn der neuen oder verlängerten Konzession planen zu können. Entsprechend werde man wohl bald das Ergebnis kommunizieren.