Eine Karte für Enkeltaugliches

Der Verein Ostsinn lanciert eine Plattform für nachhaltige Projekte in der Ostschweiz. Auf einer interaktiven Karte werden Projekte vom Generationentreff bis zum Ökotaxi sichtbar. Auch das nahe Ausland ist abgedeckt.

Sina Bühler
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Auf der Ostsinn-Webseite lassen sich nachhaltige Projekte eintragen, suchen und finden. (Bild: Michel Canonica)

Auf der Ostsinn-Webseite lassen sich nachhaltige Projekte eintragen, suchen und finden. (Bild: Michel Canonica)

REGION. Nachhaltigkeit ist ein aktuelles Schlagwort. Immer mehr Menschen wollen ihr Geld in zukunftsträchtige Unternehmen stecken, Gemüse aus ressourcenschonendem Anbau verzehren, die Freizeit in einem sozial angenehmen Umfeld verbringen. Entsprechend nimmt das Angebot an solchen Projekten stetig zu. Nur: Wie findet man sich darin zurecht? Wer die Begriffe «nachhaltig» und «Region St. Gallen» in eine Suchmaschine eingibt, muss im Extremfall eine Viertelmillion Webseiten durchkämmen, bis er oder sie zum Gewünschten gelangt. Der Verein Ostsinn will diese Suche vereinfachen und hat eine Karte aufgeschaltet, die Ideen, Unternehmen und Veranstaltungen von Zürich bis Vaduz und Chur aufzeigt.

Eine Liechtensteiner Idee

Die Idee stamme von der Liechtensteiner Zukunftswerkstatt, erklärt Ostsinn-Vorstandsmitglied Stefan Tittmann. Die beiden Organisationen arbeiten schon länger grenzübergreifend zusammen. «Wir haben bemerkt, dass viele Leute an ähnlichen Ideen und Visionen arbeiten – um sie zusammenzubringen, haben wir beschlossen, nicht nur eine eigene Karte der Nachhaltigkeit aufzuschalten, sondern unsere beiden Datenbanken gemeinsam zu bewirtschaften. Nachhaltig also.»

Weil die Liechtensteiner Datenbank schon länger besteht, sind Projekte im Fürstentum, in Werdenberg und Vorarlberg im Moment auch am besten vertreten. Da gibt es beispielsweise die «Bärenrunde», die sich im Buchser Restaurant Bären trifft und über Kapitalismus und Alternativen diskutiert. Dazu gehört der «Gemeinschaftsgarten» in Balzers, eine Gruppe, die gemeinsam ein 1000 Quadratmeter grosses Feld zum Gemüseanbau nutzen will. Und es sind Bioläden, Quartierzentren und Beratungsfirmen und verschiedenste Interessengemeinschaften, die sich alle für ökologische und soziale Anliegen einsetzen.

Angebote selber eintragen

Mit der Erweiterung der Karte in die Region Ostschweiz sei einiges dazugekommen, das erst am Entstehen sei, erklärt Stefan Tittmann: «Zum Beispiel der <Generationenkreis Mörschwil>, eine Stiftung die erst vor wenigen Tagen gegründet wurde.» Das Ziel ist ganz simpel: Mörschwilerinnen und Mörschwilern Ideen, Raum und Anlässe zu geben, wo sich Alt und Jung begegnen und voneinander lernen können. «Wir nehmen bewusst diese Projekte auf, die erst als Idee vorhanden sind oder noch ganz am Anfang stehen. Vieles im Bereich der Nachhaltigkeit ist auf Unterstützung bei der Finanzierung angewiesen. Unsere Karte auf Ostsinn soll deshalb unbedingt auch zur Werbung genutzt werden.» Wer ein Angebot eintragen will, kann das ganz einfach online tun. Das heisst aber nicht, dass es keine Überprüfung gibt – denn «nachhaltig» ist nicht nur ein modernes Schlagwort, sondern auch eine Zuschreibung, die von der Werbung vereinnahmt wird.

Drei Bereiche

Für ihn und Ostsinn gebe es drei Bereiche, in welchen Nachhaltigkeit eine Rolle spiele, sagt Tittman: in der Gesellschaft, im Raum und in der Umwelt sowie im Bereich Wirtschaft und Arbeit. «Die Frage lautet: Wie kann ich unter menschenwürdigen, ökologischen und sozialen Bedingungen Geld verdienen? Unsere Plattform sollte einen Teil der Antwort bieten», fasst Tittmann zusammen. «Enkeltauglich» nennen das die Leute von Ostsinn auch, und unter diesem Titel wird am 18. Mai auch das «Forum Enkeltauglich» in St. Gallen stattfinden. Am Anlass werden Fragen um das Zusammenleben, Mobilität und Fairtrade diskutiert.

www.ostsinn.ch/projekte

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