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Einbrecher fordert Genugtuung

Ein Rumäne ist in 120 Häuser eingebrochen. Das Kreisgericht verurteilte ihn zu sechs Jahren Gefängnis. Er legte Berufung ein.
Claudia Schmid

ST. GALLEN/TOGGENBURG. Mit seinem Sohn und unbekannten Landsleuten ging ein 44-Jähriger in den Kantonen St. Gallen, Graubünden, Schwyz, Zürich, Glarus, Wallis und in Liechtenstein auf Einbruchstour. Er reiste zwischen Juli 2012 und September 2013 wiederholt über die grüne Grenze ein und hielt sich über mehrere Wochen illegal in der Schweiz auf.

Zwei Jahre Gefängnis verlangt

Das Kreisgericht Toggenburg sprach den Beschuldigten Mitte 2015 des mehrfachen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, der qualifizierten Sachbeschädigung, des Hausfriedensbruchs, des Vergehens gegen das Ausländergesetz und der Entwendung eines Fahrzeuges zum Gebrauch schuldig. Es sah eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren als gerechtfertigt an.

Im Berufungsverfahren verlangt der Mann nun einen Freispruch von einzelnen Einbrüchen und die Reduktion des Strafmasses auf 24 Monate. Die Staatsanwaltschaft hat Anschlussberufung erhoben und fordert acht Jahre. Der Rumäne befindet sich seit April 2014 im vorzeitigen Strafvollzug. Wenn das Kantonsgericht auf sein Begehren eingeht, muss er aus dem Gefängnis entlassen werden, sobald das Urteil rechtskräftig ist.

Aus armen Verhältnissen

Der Beschuldigte gab zu, dass er in seiner Heimat als Einbrecher unterwegs war und mehrere Jahre im Gefängnis verbrachte. Auch im Kanton Graubünden hatte er früher zwei Freiheitsstrafen erhalten. Deshalb wurde ihm auch eine Einreisesperre auferlegt. In seiner Heimat habe er keine Arbeit gefunden, erklärte der Mann. Er habe gehört, dass die Schweiz ein reiches Land sei, begründete er seinen Entschluss, im Ausland seine Einbruchserie fortzusetzen. Seine Verteidigerin schilderte die Lebensumstände ihres Mandanten. Er sei in einem der ärmsten Dörfer Rumäniens aufgewachsen. Einige seiner Brüder seien wegen Perspektivlosigkeit ausgewandert. Ihr Mandant habe seine verwitwete Mutter nicht alleine in der Heimat lassen wollen und sei geblieben. Aufgrund der Arbeitslosigkeit sei die Familie in Bedrängnis geraten, weshalb er den kriminellen Weg aus reiner Not beschritten habe. Einige der Einbrüche seien nicht bewiesen.

Urteil steht noch aus

Das Strafmass der Erstinstanz bezeichnete die Verteidigerin als unangemessen. Bei einem Drittel der Straftaten habe der Mann lediglich Lebensmittel gestohlen. Zudem habe er immer darauf geachtet, wenig Sachschaden anzurichten. Als Strafe seien 24 Monate Freiheitsentzug angemessen. Da sich ihr Mandant damit bereits in Überhaft befinde, sei ihm eine Genugtuung auszurichten. Der Staatsanwalt verwies hingegen auf das lange Vorstrafenregister und bezeichnete das Verschulden des Beschuldigten als schwer. Er forderte eine Erhöhung des Strafmasses um zwei Jahre. Das Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen steht aus.

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