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Ein verkanntes Genie im Fabriggli

Buchs Am kommenden Freitag, 9. März, um 20 Uhr, wird im Werdenberger Kleintheater Fabriggli das Stück «Ein Kuss – Antonio Ligabue» aufgeführt. Der in Zürich geborene Antonio Ligabue (1899-1965) wuchs bei Pflegeeltern auf, war zwei Jahre in einem Heim in Marbach, kam als 18-Jähriger in die psychiatrische Klinik St. Pirminsberg und wurde im Alter von 19 Jahren wegen «Landstreicherei» nach Italien zwangsausgeschafft. Zuerst als Dorftrottel verspottet und erst spät als Künstler gefeiert, war Ligabue stets getrieben von einer unglaublichen Schaffenskraft. Er war ein äusserst begabter Künstler, gefangen in einer kaputten Psyche. Nicht umsonst nannte man ihn den «italienischen Van Gogh».

In «Ein Kuss» taucht der Schauspieler Marco Michel immer wieder in Ligabues Vergangenheit ein und zeichnet dabei grossformatige Porträts, mit denen er in einen dramatischen Dialog tritt. So werden die Zeichnungen zu Spielpartnern und das Publikum zum Zeugen eines verkannten Menschen. Marco Michel gelingt es, die innere Zerrissenheit des Kindes, des Mannes und Künstlers sichtbar zu machen. Letztlich stellt sich die Frage nach der wirklichen oder vermeintlichen Verrücktheit von Aussenseitern – beziehungsweise von einer Gesellschaft, die Menschen an den Rand drängt.

Das Stück «Ein Kuss» hat in der italienischen Version die wichtigsten Theaterpreise Italiens gewonnen. Die deutsche Uraufführung fand 2014 im Rahmen der Wahnsinnsnächte in der Kantonalen Psychiatrischen Klinik St. Pirminsberg in Pfäfers statt. (pd)

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