Ein veritabler Wortakrobat zu Wein und Fussball

GAMS. So viel hatten die Gäste in der Alten Mühle Gams schon lange nicht mehr gelacht wie am Freitagabend. Seit beinahe 40 Jahren ist Thomas C. Breuer unterwegs. Er webt Gegebenheiten aus dem Alltag unterschiedlicher Menschen mit logischen Erkenntnissen zu einem bestimmten Thema zusammen.

Heidy Beyeler
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Wein, Ironie und spritzige Worte: Die bescheidenen Requisiten lenkten von Thomas C. Breuers Satire nicht ab. (Bild: Heidy Beyeler)

Wein, Ironie und spritzige Worte: Die bescheidenen Requisiten lenkten von Thomas C. Breuers Satire nicht ab. (Bild: Heidy Beyeler)

GAMS. So viel hatten die Gäste in der Alten Mühle Gams schon lange nicht mehr gelacht wie am Freitagabend. Seit beinahe 40 Jahren ist Thomas C. Breuer unterwegs. Er webt Gegebenheiten aus dem Alltag unterschiedlicher Menschen mit logischen Erkenntnissen zu einem bestimmten Thema zusammen. Daraus ergibt sich ein Teppich humorvoller Anekdoten. Und genauso gestaltete er seinen Auftritt in der Alten Mühle Gams mit seinem Programm «Kabarett Sauvignon» und bereitete dabei den Gästen zwei unterhaltsame Stunden.

Wortakrobat erster Güte

Dass er zum Schluss auch noch eine sehr individuelle Musikeinlage wagte, zeugt von einem guten Selbstbewusstsein. Sein Auftritt war gespickt mit Ironie, aber auch mit ganz schön deftiger Satire, um nicht zu sagen Sarkasmus, den man als Zuhörer auch vertragen muss. Und wie schreibt die Künstleragentur Brief und Siegel so schön: Die Auftritte von Thomas C. Breuer «sind anspruchsvoll, hinterhältig und nichts für schwache Nerven». Gegen seine Beiträge seien selbst die Humorlosesten nicht immun.

Vorgestellt wurde Breuer in der Alten Mühle dem Publikum als aussergewöhnlicher Wortakrobat, der im vergangenen Jahr zum Preisträger des Salzburger Stiers auserkoren wurde – mit gutem Recht. Das stellte er an diesem Abend ohne Wenn und Aber unter Beweis.

Patrik Birrer, Präsident der Betriebskommission Alte Mühle Gams, stellte Breuer als einen sensiblen Beobachter vor, «seine Wortspiele und Wortverdrehungen sind ebenso tiefsinnig wie witzig. Er versteht es immer wieder, das Publikum zu verblüffen. Wir laden Sie deshalb zu einer sprichwörtlichen Fahrt ins Blaue ein – zwischen Schöngeist und Flaschengeist – mal spritzig, mal trocken.» Zu den Requisiten von Thomas C. Breuer gehört ein Glas Rotwein. Und um Nähe und Sympathie zum Publikum zu schaffen, steckt er ein kleines Schweizer Fähnchen auf das Stehtischchen. Dann aber wirft er ein schwarz-rot-goldenes Tuch – die deutsche Flagge – protzig (oder vielleicht etwas trotzig?) über den Tischrand. Damit steckt beziehungsweise grenzt er schon mal sein Programm «Kabarett Sauvignon» ab, denn hier geht es schliesslich primär um Wein – aber auch um Befindlichkeiten zwischen Schweizern und Deutschen.

Heisses Eisen

Dass dabei der Wein die «Hauptfigur» spielt, ist Programm – damit traf der wortgewandte Breuer dementsprechend eine gute Auslese. Bei Breuer verhält es sich ähnlich wie bei einem guten Wein: Mit dem Alter wird er immer besser.

Breuer konnte es nicht lassen und persiflierte die neusten Aktualitäten zum Thema Fifa und Welt-Fussball. Schliesslich trat der Kabarettist in einer heissen Phase dieses weltweit diskutierten Themas auf, dessen Zentrale im Herzen der Schweiz steht.

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