Ein Stück Toggenburger Geschichte

WATTWIL. Die Textilfirma Heberlein prägte während 166 Jahren das Toggenburg und seinen Hauptort Wattwil. 2001 schloss die Firma ihre Tore. Der Toggenburger Verlag hat auf 240 Seiten die bewegte Firmengeschichte in einem Buch dokumentiert.

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WATTWIL. Die Textilfirma Heberlein prägte während 166 Jahren das Toggenburg und seinen Hauptort Wattwil. 2001 schloss die Firma ihre Tore. Der Toggenburger Verlag hat auf 240 Seiten die bewegte Firmengeschichte in einem Buch dokumentiert. «Heberlein 1835–2015 – Von der Lohnfärberei zum Industriekonzern» entstand auf Anregung der Heberlein-Stiftung.

Ein Färbergeselle

Den Grundstein für den späteren Konzern legte im Jahr 1835 Georg Philipp Heberlein (1805– 1888), ein Färbergeselle aus dem Herzogtum Nassau in Hessen. Er kaufte ein Stück Wiesland an der Thur und baute ein Wohnhaus mit Garnfärberei. Später folgte ihm sein jüngerer Bruder Christian nach Wattwil. Zu Beginn war die Färberei ein reiner Handwerksbetrieb. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen Fabriken auf, und die Söhne des Färberei-Gründers wurden zu Unternehmern. Die Heberlein-Chronik ist auch ein Buch über die Industriegeschichte des Toggenburgs.

Schock für Zentrumsgemeinde

In den 1970er-Jahren holte die Strukturkrise der Schweizer Textilindustrie auch Heberlein ein. Hohe Arbeitskosten und der erstarkende Schweizer Franken zwangen den Konzern zu Sanierungen und Sparprogrammen. Teile des Unternehmens wurden verkauft oder stillgelegt. Neue Investoren und Führungskräfte von aussen übernahmen Verantwortung, und 1984 wurde Heberlein zu Gurit-Heberlein. Die Epoche der «Heberlianer» ging zu Ende. Der Textildruck wurde vom Konzern abgekoppelt und Mitte 2001 geschlossen – ein Schock für Wattwil. Das letzte Kapitel des Buchs berichtet vom Abbruch von Fabriken, der Sanierung des 65 000 Quadratmeter grossen Areals und von neuen Projekten. (sda)

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