Ein Strauss voller bunter Melodien

Die Operette Balzers steckt mitten in den Vorbereitungen und Proben für die Operette «Die Fledermaus», die im Januar aufgeführt wird. Am vergangenen Freitagabend stellten sich die Solisten, darunter zwei Werdenbergerinnen, dem Publikum mit einem besonderen Konzert vor.

Esther Wyss
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Judith Dürr, Haag, sang mit wohltönender Stimme «In uomini, in soldati» aus «Cosi fan tutte» (Bild: :)

Judith Dürr, Haag, sang mit wohltönender Stimme «In uomini, in soldati» aus «Cosi fan tutte» (Bild: :)

BALZERS/HAAG/BUCHS. Zum Auftakt und zur Einstimmung auf das Konzert spielte Korrepetitor Andreas Domjanic auf dem Klavier die Ouverture der Operette «Die Fledermaus». Regisseur Jean-Claude Bordet, Teufen, führte kurz in die Entstehungsgeschichte der «Fledermaus» ein. Die Handlung setzt sich aus dem Theaterstück «Le Réveillon» und der Komödie «Das Gefängnis» zusammen. Damals, im 19.Jahrhundert, war bürgerlich-frivoles Volkstheater Tradition. Es geht um Intrigen und Verwechslungen. In der «Fledermaus» ist niemand der, der er in Wirklichkeit ist, was zu unterhaltsamen und spannenden Situationen führt.

Königin der Operetten

Der Handlung liegt der Gedanke an Rache zugrunde, da sich Doktor Falke an seinem Freund Eisenstein rächen will. Dieser hatte früher einmal dafür gesorgt, dass Falke nach einem Maskenball am Morgen im Kostüm der Fledermaus nach Hause musste, und so zum Gespött der Stadt wurde. Mit dieser Operette komponierte Walzerkönig Johann Strauss ein musikalisches Meisterstück, das als Königin der Operetten gilt. Willi Büchel, musikalischer Leiter, erklärte: «Über Musik kann man nicht reden, Musik muss man machen. Und diese Musik ist einfach genial und bietet beste Unterhaltung.» Im ersten Teil der Soiree sangen die Solisten ausschliesslich Stücke aus der «Fledermaus». Eine besondere Überraschung war Stefan Görgner, Berlin. Er verkörpert den Prinzen Orlofsky. Als Countertenor sang er das Couplet «Ich lade gern mir Gäste ein» mit heller, klarer Stimme. Christine Holzwarth, Wien, überzeugte als Adele mit dem Couplet «Spiel ich die Unschuld vom Lande».

Zwei Werdenbergerinnen

Im zweiten Teil des Konzertes bewiesen die Solisten mit heiter witzigen Liedern effektvoll ihr Können. In der aktuellen Produktion der Operette Balzers wirken auch zwei Werdenbergerinnen mit. Judith Dürr, Haag, gab die Arie «In uomini, in soldati» aus «Cosi fan tutte» von Wolfgang Amadeus Mozart zum besten. Sie gilt als vielversprechendes Nachwuchstalent. Seit September studiert sie an der Musikhochschule Luzern und hat sich das hohe Ziel gesetzt, Opernsängerin zu werden.

Jasmin Notari-Wälti, Buchs, Ballettpädagogin und leidenschaftliche Tänzerin, ist bei der Operette Balzers in Zusammenarbeit mit Regisseur Jean-Claude Bordet zuständig für Choreographie und Ballett. Sie führt seit mehreren Jahren eine Ballettschule in Sevelen und Sargans. Zusammen mit ihrem Mann Gianni zeigte sie zur Freude des Publikums eine beeindruckende tänzerische Darbietung, die sich an die Tanzszene von «Dirty Dancing» anlehnte, jedoch mit Improvisationen erweitert wurde. Besonderen Applaus erntete Nicola Becht mit dem «Schnapslied» von Johann Strauss, das sie zur Belustigung der Zuhörer mit schauspielerischem Können perfekt umsetzte. Zum Schluss trat der Chor zusammen mit den Solisten auf und sang unter der Leitung von Willi Büchel «Im Feuerstrom der Reben» aus dem zweiten Akt. Die Solisten überzeugten und machten grosse Lust, sich «Die Fledermaus» im Januar in Balzers anzusehen.

Jasmin und Gianni Notari-Wälti überzeugten mit einer leidenschaftlichen Tanzeinlage. (Bilder: Esther Wyss)

Jasmin und Gianni Notari-Wälti überzeugten mit einer leidenschaftlichen Tanzeinlage. (Bilder: Esther Wyss)