Ein ruhiges Jubiläumsjahr 2015

Der Verein Wohngruppen Sennwald blickte an der Hauptversammlung auf ein Jahr zurück, in welchem auch ein neues Konzept erstellt wurde.

Hansruedi Rohrer
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SENNWALD. Mitglieder, Freunde und Mitarbeitende der Wohngruppen Sennwald trafen sich am Freitagabend im Restaurant Schäfli zur Hauptversammlung. Präsident Roland Moser behandelte die Traktanden zusammen mit den anwesenden Mitgliedern kompetent und unkompliziert. Man könne auf ein sehr gelungenes Jubiläumsjahr zum 20jährigen Bestehen der Wohngruppen zurückblicken, sagte Roland Moser. Viele Jugendliche seien in den vergangenen 20 Jahren aus den Wohngruppen Sennwald in die Selbständigkeit und Eigenverantwortung entlassen worden. Und viele hätten ihren Platz in der Gesellschaft gefunden.

Ständige Herausforderungen

Roland Moser betonte im Bericht aus dem Vorstand aber auch die ständigen Herausforderungen für die Leitung und die Mitarbeitenden. Das habe zu einer gründlichen Überarbeitung des Konzeptes für die beiden Wohngruppen geführt. Im Herbst dieses Jahres stehe eine weitere Überprüfung durch das Bundesamt für Justiz an. Alle Qualitätskriterien seien bisher erfüllt, und die neue Überprüfung stelle eine Art Gütesiegel dar, sagte der Präsident. Er teilte auch mit, dass die Plazierungen in den schweizerischen Wohnheimen eher rückläufig seien. «Die Wohngruppen Sennwald sind jedoch nach wie vor gut ausgelastet.» Im Jahr 2015 waren es hier 24 Betreute.

Christoph Weber erklärte die Zahlen zur erfolgreichen Jahresrechnung 2015 und zum Budget 2016. Die Wohngruppen Sennwald würden sich in einem guten wirtschaftlichen Sektor (Preis-Leistungs-Verhältnis) befinden, sagte er. Die Revisionsstelle ACV Treuhand AG Buchs wurde durch die Mitglieder wiederum bestätigt.

Aus den Wohngruppen

Gabi Weber berichtete aus den Wohngruppen. Im Bereich der Organisation sei viel Anstehendes bereinigt worden. Man habe das neue Konzept abgeliefert und man besitze nun auch eine neue Homepage. «Wir sehen je länger je mehr, dass unsere interne Tagesstruktur ein wichtiges Angebot ist», erklärte Gabi Weber. Man sei mit Themen wie Schulangst, Schulverweigerung, Mobbing beschäftigt. Man habe jedoch auch immer mehr Jugendliche, welche in Familien aufwachsen, die mit psychischen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Dies übertrage sich auf die Jugendlichen. Dank den hervorragenden Teams in den Wohngruppen würden schwierige Jugendliche hier optimal begleitet, sagte Gabi Weber.

Unter anderem machte die Leiterin auch auf die neuen Medien und die Medienkompetenz im sozialpädagogischen Bereich aufmerksam. Das sei je länger je mehr eine grössere Herausforderung, auch für die Jugendlichen selber. Gabi Weber verwies dabei auf einen Abschnitt im Jahresbericht. Dort heisst es unter anderem: «Heute ist Medienkompetenz eine Voraussetzung (besonders für Jugendliche), aktiv an der Gesellschaft teilhaben zu können, aber auch um sich selber vor möglichen Gefahren im Umgang mit digitalen Medien zu schützen.» Gewisse Jugendliche würden sich jedoch kaum überlegen, was sie mit ihren persönlichen Bildern und Daten auslösen. «So sind wir auch konfrontiert mit Cybermobbing.»

Stabile Gruppen

Dem Jahresbericht ist weiter zu entnehmen, dass die Jugendlichen in den Wohngruppen Chelen und Zil recht stabil waren. Einige Bewohner leben seit mehreren Jahren in den Wohngruppen und besuchen die Schulen und Vereine in der Gemeinde Sennwald. Trotz der zum Teil nicht sehr einfachen Gruppenkonstellationen blieben die Teams in den beiden Wohngruppen beharrlich an den Problemstellungen und leisteten eine ausgesprochen gute Arbeit.

Am Schluss der Versammlung bedankte sich Präsident Roland Moser bei allen für ihr wertvolles Wirken. Aber auch er erhielt ein Lob: Vizepräsidentin Petra Hutter machte auf die Arbeit von Roland Moser zugunsten des Vereins, der seit 21 Jahren, also seit Beginn, besteht, aufmerksam. Beim abschliessenden Imbiss blieb Zeit für interessante und auch gemütliche Gespräche.