Ein Programm voller Farbe und Lacher

Auf den Punkt getroffen hat der Turnverein Sennwald sein Unterhaltungsthema: «TV Sennwald, s'Fernseh vo do». Vom Feinsten die Programmauswahl, fröhlich die Präsentation und spitz die Pointen – begeisterte Zuschauer und hohe «Einschaltquoten» waren gesichert!

Silvia Frick
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Das Trockensynchronschwimmen der Männer begeisterte.

Das Trockensynchronschwimmen der Männer begeisterte.

SENNWALD. Klar, dass das abendliche TV-Programm mit der Kinderstunde beginnt. So zeigten am Unterhaltungsabend des Turnvereins Sennwald als erste die Kleinsten der Riegen, Muki und Kitu, einen Biene-Maja-Tanz und Schlumpf-Akrobatik.

Zugleich fand eine öffentliche Führung durchs TV-Studio statt. Zwei Teenie-Mädels fanden diese zu trocken, setzten sich ab und erkundeten den Sennwalder TV als Moderatorinnen (Rebecca Dütschler und Andrea Berger) auf eigene Faust. Dabei stiessen sie auf witzige Darsteller und auf ein gutes Publikum.

Vereinspräsident Andreas Tinner begrüsste vor der Sendung neugierige befreundete Turn-, Musik- und gar Reiterdelegationen.

Frisch, frei, farbig, fies

So hiess wohl diesmal der Leitspruch der Turnerinnen und Turner, denn frisch ging's nun los, frei improvisiert. Das wasserlose Synchronschwimmen der Aktivturner löste Begeisterungsstürme aus. Die entblössten Körper und die fröhliche Inszenierung im improvisierten Wasser wirkten recht schräg. Es folgte das erste grosse Lachen.

Das eingespielte «Sportpanorama» zeigte Weitsprung (Marc Aebi), Steinstossen von Vize-Schweizer-Meisterin Elisabeth Santner, ein Wettlauf der Schweizer Geher-National-Mannschaft über 375 km, mit Rang sieben von sechs Teams, eine Rasenmähübung mit 230 km/h bekam die rote Strafkarte, und jetzt wurde auch noch Turnverein-Korruption vermutet und flugs Andreas Tinner in flagranti angeschuldigt, einen Match gekauft zu haben. Wohl ganz nach dem Motto: fies. Gar zum Schreien veranlasste «The Haka», der Kampftanz der New-Zealand-Basketball-Mannschaft.

Kein «Fernsehschlafen»

Das farbige Programm packte wirklich. Es folgte Werbung für «Kinderschokolade» und «Swissmilk», von den Riegen Jugi 1 und Jugi 2. Zur «Al dente»-Kochsendung tanzte die neue Jugendaerobic-Gruppe. «Benissimo» von Beni National alias Martin Huber bot einen Telefondialog mit Gewinnchance, und im Pseudo-Schawinski-Interview fühlte man der Politik auf den Zahn.

Die Damenriege tanzte nach heissem Rhythmus beim Besuch des alten Filmidols Jane Fonda (Anita Magdika). Als Folge der Sparmassnahmen der SRG zeigten die aktiven Turner anschliessend eine faszinierende Übung als Putzequipe. Mit grossen Besen wortlos tanzend und nur laut klopfend; im zweiten Teil reichte ein Stuhl als Requisite. Der Sparaustausch von Putzmaschinen zur Putzequipe und zur halb-migrierten Italiener-Arbeitskraft Alfonso war witzig, denn sein Sprachradebrechen zeigte grosse zweideutige Lücken. Und sogar die Stromzufuhr war in Frage gestellt. Es gab Bildstörungen, welche aber schlau durch ein faszinierendes Schattenspiel ersetzt wurden. – Ja, Sennwald mag ein kleines Dorf sein, bewies aber ein «Fernsehen vo do» von einsamer Spitze.

Turnschlümpfe mit Rebecca Dütschler und Andrea Berger. (Bilder: Silvia Frick)

Turnschlümpfe mit Rebecca Dütschler und Andrea Berger. (Bilder: Silvia Frick)

Kraft- und wortgewaltig: «The Haka» (Kriegstanz) des New Zealand Baseball-Teams – live in Sennwald.

Kraft- und wortgewaltig: «The Haka» (Kriegstanz) des New Zealand Baseball-Teams – live in Sennwald.

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